| Antragsteller*in: | Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Berlin (dort beschlossen am: 09.02.2026) |
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A8: Für gute und faire Debatten in der GRÜNEN JUGEND
Antragstext
Als GRÜNE JUGEND Berlin stehen wir für Basisdemokratie im Verband. Das heißt für
uns, dass wir selbst als Landesverband Basisdemokratie konsequent leben wollen.
Konkret bedeutet das für uns, dass sich alle Mitglieder ermutigt fühlen sollen,
sich in Debatten einzubringen - egal ob auf Bezirks-, Landes-, oder Bundesebene.
Dafür braucht es ein Debattenklima, das es allen Mitgliedern möglich macht, sich
frei – mit der eigenen Position unabhängig von anderen – in diese Debatten
einzubringen.
Eine besonders wichtige Debatte in diesem und letzten Jahr ist die Debatte um
eine Erhöhung des Mitgliedsalters in der GRÜNEN JUGEND. Strukturfragen wie diese
sind keine Selbstbeschäftigung, sondern entscheiden sehr konkret darüber, wie
die Räume, in denen wir unsere politische Arbeit ausüben, gestaltet sind und wer
Teil davon sein kann. Es ist daher nachvollziehbar, dass diese Frage für viele
Mitglieder aus unterschiedlichen Gründen von großer Bedeutung ist und die
Perspektiven sehr vielfältig sind. Deswegen begrüßen wir es auch, wenn wir im
Verband und als Mitglieder ins Gespräch miteinander kommen und unsere
Perspektiven und Sichtweisen teilen, auch wenn sie unterschiedlich sind.
Gleichzeitig wurde die Debatte auf dem letzten Bundeskongress von vielen
Beteiligten als belastend und wenig konstruktiv wahrgenommen. Wir erkennen an,
dass im Vorfeld des Bundeskongresses Debattenräume innerhalb des Landesverbands
zu dieser Frage gefehlt haben, um Mitgliedern zu ermöglichen, ihre Perspektiven
zu teilen, sich auszutauschen, und sich eine ausgewogene Meinung zu bilden. Es
fehlte der persönliche Austausch einzelner Mitglieder über unterschiedliche
Perspektiven auf diese Frage anstelle der öffentlichen, oft Grenzen
überschreitenden Auseinandersetzung. Umso wichtiger ist es, aus dieser Erfahrung
Konsequenzen für unser innerverbandliches Debattenverständnis zu ziehen.
Eine offizielle Position als Landesverband zu dieser Debatte würde genau das
verhindern, was es aus basisdemokratischer Perspektive braucht: Die Möglichkeit,
dass sich alle Mitglieder unabhängig und ohne Druck eine eigene Meinung bilden
können. Denn jedes Mitglied blickt vor dem Hintergrund ganz eigener Perspektiven
und Erfahrungen auf diese Frage. Beschlüsse zu wichtigen Verbandsfragen, die
eine Position als gesamter Landesverband festlegen, lassen diese Vielfalt an
Perspektiven außer Acht und bauen eine Erwartungshaltung und Druck auf, dass
Mitglieder eine bestimmte Meinung haben müssen. Dies ermöglicht auch dem
Landesvorstand, offene Debattenräume zu schaffen und zu begleiten, ohne selbst
auf eine bestimmte Position festgelegt zu sein.
Deshalb beschließt die Landesmitgliederversammlung, dass die GRÜNE JUGEND Berlin
als gesamter Landesverband keine Stellung zur Frage der Erhöhung des
Mitgliedsalters bezieht. Stattdessen sind alle Mitglieder aufgefordert, sich
eine eigene Meinung zu bilden und diese laut, aber respektvoll in die Debatten
einzubringen. Der Landesvorstand wird aufgefordert, hierzu vor dem nächsten
Bundeskongress Debattenräume zu öffnen, um einen ausgewogenen
Meinungsbildungsprozess zu ermöglichen.
Begründung
EINFACHE SPRACHE
Basisdemokratie in der GRÜNEN JUGEND
Die GRÜNE JUGEND Berlin lebt Basisdemokratie.
Alle Mitglieder sollen mitreden können.
Das gilt für Bezirks-, Landes- und Bundesebene.
Debattenklima
Alle Mitglieder sollen frei ihre Meinung sagen.
Die Meinung soll unabhängig von anderen sein.
Das ist wichtig für gute Debatten.
Wichtige Debatte zum Mitgliedsalter
Es gibt eine Debatte über das Mitgliedsalter.
Diese Frage ist wichtig für die Arbeit im Verband.
Viele Mitglieder haben unterschiedliche Meinungen.
Die GRÜNE JUGEND will, dass alle Mitglieder ihre Meinung teilen.
Unterschiedliche Meinungen sind erlaubt und wichtig.
Probleme bei der letzten Debatte
Die letzte Debatte war für viele schwer und nicht gut.
Es gab zu wenig Räume für Gespräche im Landesverband.
Die Mitglieder konnten sich nicht gut austauschen.
Persönliche Gespräche fehlen oft.
Die Debatte war oft öffentlich und hart.
Das soll sich ändern.
Keine offizielle Position
Der Landesverband nimmt keine offizielle Stellung zum Mitgliedsalter.
Jedes Mitglied soll sich selbst eine Meinung bilden.
Es darf keinen Druck geben, eine bestimmte Meinung zu haben.
Der Landesvorstand soll Räume für Debatten schaffen.
So können alle Mitglieder ihre Meinung frei bilden.
Beschluss der Landesmitgliederversammlung
Die GRÜNE JUGEND Berlin sagt keine gemeinsame Meinung zum Mitgliedsalter.
Alle Mitglieder sollen ihre eigene Meinung laut und respektvoll sagen.
Der Landesvorstand öffnet vor dem nächsten Bundeskongress Debattenräume.
