Antrag: | The kids aren’t alright - Gerechte Bildung für Groß und Klein ins Berliner AGH-Wahlprogramm 2026 |
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Antragsteller*in: | GJ Steglitz-Zehlendorf (dort beschlossen am: 18.03.2025) |
Status: | Geprüft |
Verfahrensvorschlag: | Übernahme |
Eingereicht: | 18.03.2025, 22:45 |
Ä22 zu A14: The kids aren’t alright - Gerechte Bildung für Groß und Klein ins Berliner AGH-Wahlprogramm 2026
Antragstext
Nach Zeile 75 einfügen:
- bessere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im Geschichtsunterricht
- stärkerer Gegewartsbezug in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, insb. der Shoa, und dessen Kontinuitäten
Bildung sollte kein Privileg, sondern ein Grundrecht sein – unabhängig von
sozialer Herkunft, finanziellen Mitteln oder Wohnort. Doch in Berlin sind
Chancen ungleich verteilt: Frühkindliche Bildung hängt von Kitaplätzen und
Personalschlüsseln ab, Schulen sind unterfinanziert und selektiv,
Ausbildungsplätze bleiben für viele unerreichbar, und Hochschulen werden
zunehmend von Leistungsdruck und sozialer Auslese geprägt. Junge Menschen
brauchen ein Bildungssystem, das nicht aussortiert, sondern unterstützt – mit
kostenfreier und guter Bildung von Anfang an, demokratischen Schulen ohne
Notendruck, einer garantierten Ausbildungsperspektive und einer Hochschule, die
allen offensteht. Wir fordern eine radikale Umgestaltung, die Chancengleichheit
zur Realität macht.
Frühkindliche Bildung
Die frühkindliche Bildung muss als eigenständiger Bildungsbereich gestärkt
werden und darf nicht primär einer schulvorbereitenden Funktion untergeordnet
werden. Kitas sind Bildungsorte, keine reinen Betreuungsstätten. Um gleiche
Bildungschancen für alle Kinder zu gewährleisten, fordern wir:
Die schrittweise Abschaffung privater Kitas und die vollständige
Finanzierung frühkindlicher Bildung durch die öffentliche Hand,
Die Abschaffung von Elternzuzahlungen, um den Zugang zu frühkindlicher
Bildung unabhängig von finanziellen Ressourcen zu gewährleisten. Zur
vermögens- und einkommensgerechten Beteiligung am Bildungssystem müssen
übergreifende Lösungen im steuerlichen Bereich gefunden werden,
Die Abschaffung der nur 95%-igen Förderung vom Senat und dadurch
entstehende Leistungsminimierung durch die Träger, um die ungedeckten
Kosten zu minimieren,
Die Veränderung des Systems hin zu einer Objektfinanzierung, um die
Infrastruktur und Qualität langfristig zu sichern
Ein verpflichtendes Kita-Jahr
Damit stellen wir sicher, dass frühkindliche Bildung allen Kindern gleichermaßen
zugutekommt und nicht von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst wird.
Schule
Wir wollen demokratische und gerechte Schulen für alle! Deshalb fordern wir:
Konzept zur Information von Eltern nicht-deutscher Muttersprache zur
Einschulung
grundlegende Demokratisierung von Berliner Schulen
SVen und Rechte der Schüler*innen stärken
Lehrkräfte im Bereich Demokratiebildung ausbilden
Parität in der Schulkonferenz
Klassenrat zwei Mal die Woche verpflichtend und Ausbildung der LK
Schulaufsicht: kontroll- und beratende Funktion muss getrennt werden
Demokratische Schulentwicklung fördern
Ziffernoten abschaffen und stattdessen Feedbackgespräche einführen
an Grundschulen sofort, weiterführenden Schulen langfristig
für Abschlüsse sind Noten möglich, aber müssen mit Berichten ergänzt
werden
Hausaufgaben abschaffen -> Schul-Lernzeit einführen für vertiefende
Übungen
Berufseinstieg und Verbeamtung:
Menschen, die Psychotherapie in Anspruch nehmen, schützen. Wir
wollen Diskriminierung gegen psychisch erkrankte Menschen verhindern
Nichtverbeamtung wegen BMI beenden
Verhindern, dass angehende Lehrkräfte wegen ihres demokratischen,
politischen Engagements auf dem Boden des Grundgesetzes in ihrer
Ausbildung behindert werden
Kopftuchverbot für Lehrkräfte abschaffen
obligatorische Freistellung & verbindliche Wahrnehmung von Fortbildungen
Probeunterricht abschaffen, wir wollen eine freie Schulwahl &
unverbindliche Schulempfehlungen wie zB in Niedersachsen
inklusive Gemeinschaftsschule als präferiertes Schulmodell fördern
Eliteförderung an Gymnasien und Privatschulen langfristig beenden
Projektunterricht, anstatt Schulfächer einführen
multiprofessionelle Teams & Inklusion stärken
Lehrkräftebildung
die Erhöhung der Mittel für die Lehrkräftebildung zusätzlich zum
grundsätzlichen Mittelaufwuchs von 3,5%
Aufwuchs der Studienplätze nach Schulform und Fachrichtung
Mentale Gesundheit, Beziehungsarbeit, Teamarbeit, Konfliktfähigkeit,
Antidiskriminierung, Demokratiebildung und kritische
Auseinandersetzung mit Machtstrukturen an Schulen
Ausbildung muss LK auf Differenzierung im Unterricht an
Gemeinschaftsschule vorbereiten
Lehrplan:
Gesundheitsförderung und Mentale Gesundheit in den Lehrplan
Sexualkundeunterricht reformieren
Stopp mit westlicher Sicht in Geschichtsunterricht
- bessere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im Geschichtsunterricht
- stärkerer Gegewartsbezug in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, insb. der Shoa, und dessen Kontinuitäten
Gleitzeitsystem in Schulen einführen
Berufsorientierung
Die GRÜNE JUGEND Berlin fordert eine Verbesserung der
Berufsorientierungsangebote an allgemeinbildenden Schulen. Bildungseinrichtungen
sollen nicht bloß Wissen vermitteln, sondern Schüler*innen auf die zunehmend
komplexe Welt vorbereiten.
Berufsorientierung muss ab der 7. Klasse als fester Bestandteil des Lehrplans
verankert werden. Es braucht mehr Raum für Praktika, Betriebserkundungen und
praxisnahe Projekte im Unterricht und die Einführung regelmäßiger individueller
Berufsorientierungsgespräche für alle Schüler*innen. Dazu unterstützen wir die
Einführung eines Perspektivenjahres.
Außerdem fordern wir verpflichtende Module zu Arbeitnehmer*innenrechten und die
Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, um Schüler*innen über ihre Rechte im
Berufsleben zu informieren.
Wir fordern eine gleichwertige Berufsorientierung für Ausbildungs- und
akademische Berufe durch die Einführung von Projekttagen und Praktika mit Fokus
auf handwerkliche, technische und soziale Berufe und die Förderung von
Ausbildungsbotschafter*innen an Schulen.
Die Berufsorientierungsangebote an Schulen müssen frei von
Geschlechterstereotypen sein. Wir fordern eine geschlechtersensible Beratung
durch Expert*innen und gezielte Förderprogramme, um geschlechtsstereotypische
Berufswahlen zu vermeiden.
Berlin braucht eine zukunftsorientierte, nachhaltige und gerechte Berufsbildung
– jetzt!
Hochschule
In einer modernen Hochschullandschaft muss die digitale Transformation dafür
sorgen, dass Bildung für alle zugänglich und flexibel wird. Wir müssen alle
Berliner Hochschulen in ihren digitalen Angeboten massiv ausbauen: von
interaktiven Online-Lernplattformen über virtuelle Labore bis hin zu digitalen
Bibliotheken. Besonders in gestalterischen Studiengängen ist der
Materialverbrauch extrem hoch, was viele Studierende vor enorme finanzielle
Herausforderungen stellt. Deshalb ist der Aufbau eines gezielten Förderprogramms
für Materialkosten und digitale Werkzeuge dringend notwendig!
Der Numerus Clausus und alle Auswahlverfahren für Hochschulzugänge müssen
komplett abgeschafft werden. Solche Verfahren benachteiligen vor allem
Bewerber*innen aus weniger privilegierten Familien und verstärken soziale
Ungleichheiten, weil sie teure Materialien oder unbezahlte Arbeit voraussetzen.
In den letzten Jahren gab es im Rahmen des Israel-Pälastina Konflikts zahlreiche
Debatten über Polizeipräsenz, Antisemitismus und Wissenschaftsfreiheit an den
Berliner Hochschulen. Die Lehre daraus muss sein: Studierende jeglicher
Diskriminierung müssen gleichermaßen geschützt werden. Wir fordern eine
Abschaffung des Ordnungsrechts an Berliner Hochschulen, eine Universität frei
von Polizei und dem Schutz der Wissenschaftsfreiheit und kontroverser
wissenschaftlicher Debatte.
Darüber hinaus muss die Demokratie an Hochschulen gestärkt werden:
Studierendenvertretungen müssen echte Einflussmöglichkeiten erhalten durch eine
viertel-paritätische Besetzung aller Gremien der akademischen Selbstverwaltung.
Die GRÜNE JUGEND Berlin fordert außerdem die explizite Festschreibung des
allgemeinpolitischen Mandats der Studierendenschaften im Berliner
Hochschulgesetz.
Wir wollen prekäre Arbeitsverhältnisse an Universitäten beenden und
solidarisieren uns mit den Forderungen von TVStud.
Ausbildung
Wir setzen uns außerdem für eine Aufwertung der dualen Ausbildung in Berlin ein.
Dafür fordern wir die Schaffung eines Auszubildendenwerks, analog zum
Studierendenwerk. Das Azubiwerk soll eigene Wohnheime und Mensen für Azubis
betreiben, um den kaum bezahlbaren Lebenshaltungskosten für Azubis
entgegenzuwirken. Es soll außerdem soziale Beratung für Auszubildende anbieten
und einen Fokus auf die Förderung von Demokratie im Betrieb legen, indem
besonders die Gründung von Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAVen)
unterstützt wird und JAVen in ihrer Arbeit beraten werden.
Um genügend hochwertige Ausbildungsplätze zu schaffen, fordern wir die
Einführung einer umlagefinanzierten Ausbildungsplatzgarantie. Die Umlage soll
ausbildende Betriebe finanziell unterstützen, um Anreize zur Schaffung von
Ausbildungsplätzen zu bieten und Investitionen in Ausbildungsqualität zu
erleichtern. Die Umlage wird am besten in den allgemeinverbindlichen
Tarifverträgen pro Branche festgehalten. Wo keine tarifliche Lösung gilt, muss
jedoch eine gesetzliche Regelung greifen. Bei der Ausbildungsplatzgarantie muss
die betriebliche Ausbildung immer Vorrang vor schulischen Modellen haben.
Damit die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf nicht vom Einkommen der Eltern
abhängt, muss die Mindestausbildungsvergütung auf mindestens 992 € netto
steigen. Zusätzlich fordern wir einen staatlichen Lernmittelzuschuss für alle
Azubis.
Nach Zeile 75 einfügen:
- bessere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im Geschichtsunterricht
- stärkerer Gegewartsbezug in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, insb. der Shoa, und dessen Kontinuitäten
Bildung sollte kein Privileg, sondern ein Grundrecht sein – unabhängig von
sozialer Herkunft, finanziellen Mitteln oder Wohnort. Doch in Berlin sind
Chancen ungleich verteilt: Frühkindliche Bildung hängt von Kitaplätzen und
Personalschlüsseln ab, Schulen sind unterfinanziert und selektiv,
Ausbildungsplätze bleiben für viele unerreichbar, und Hochschulen werden
zunehmend von Leistungsdruck und sozialer Auslese geprägt. Junge Menschen
brauchen ein Bildungssystem, das nicht aussortiert, sondern unterstützt – mit
kostenfreier und guter Bildung von Anfang an, demokratischen Schulen ohne
Notendruck, einer garantierten Ausbildungsperspektive und einer Hochschule, die
allen offensteht. Wir fordern eine radikale Umgestaltung, die Chancengleichheit
zur Realität macht.
Frühkindliche Bildung
Die frühkindliche Bildung muss als eigenständiger Bildungsbereich gestärkt
werden und darf nicht primär einer schulvorbereitenden Funktion untergeordnet
werden. Kitas sind Bildungsorte, keine reinen Betreuungsstätten. Um gleiche
Bildungschancen für alle Kinder zu gewährleisten, fordern wir:
Die schrittweise Abschaffung privater Kitas und die vollständige
Finanzierung frühkindlicher Bildung durch die öffentliche Hand,
Die Abschaffung von Elternzuzahlungen, um den Zugang zu frühkindlicher
Bildung unabhängig von finanziellen Ressourcen zu gewährleisten. Zur
vermögens- und einkommensgerechten Beteiligung am Bildungssystem müssen
übergreifende Lösungen im steuerlichen Bereich gefunden werden,
Die Abschaffung der nur 95%-igen Förderung vom Senat und dadurch
entstehende Leistungsminimierung durch die Träger, um die ungedeckten
Kosten zu minimieren,
Die Veränderung des Systems hin zu einer Objektfinanzierung, um die
Infrastruktur und Qualität langfristig zu sichern
Ein verpflichtendes Kita-Jahr
Damit stellen wir sicher, dass frühkindliche Bildung allen Kindern gleichermaßen
zugutekommt und nicht von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst wird.
Schule
Wir wollen demokratische und gerechte Schulen für alle! Deshalb fordern wir:
Konzept zur Information von Eltern nicht-deutscher Muttersprache zur
Einschulung
grundlegende Demokratisierung von Berliner Schulen
SVen und Rechte der Schüler*innen stärken
Lehrkräfte im Bereich Demokratiebildung ausbilden
Parität in der Schulkonferenz
Klassenrat zwei Mal die Woche verpflichtend und Ausbildung der LK
Schulaufsicht: kontroll- und beratende Funktion muss getrennt werden
Demokratische Schulentwicklung fördern
Ziffernoten abschaffen und stattdessen Feedbackgespräche einführen
an Grundschulen sofort, weiterführenden Schulen langfristig
für Abschlüsse sind Noten möglich, aber müssen mit Berichten ergänzt
werden
Hausaufgaben abschaffen -> Schul-Lernzeit einführen für vertiefende
Übungen
Berufseinstieg und Verbeamtung:
Menschen, die Psychotherapie in Anspruch nehmen, schützen. Wir
wollen Diskriminierung gegen psychisch erkrankte Menschen verhindernNichtverbeamtung wegen BMI beenden
Verhindern, dass angehende Lehrkräfte wegen ihres demokratischen,
politischen Engagements auf dem Boden des Grundgesetzes in ihrer
Ausbildung behindert werdenKopftuchverbot für Lehrkräfte abschaffen
obligatorische Freistellung & verbindliche Wahrnehmung von Fortbildungen
Probeunterricht abschaffen, wir wollen eine freie Schulwahl &
unverbindliche Schulempfehlungen wie zB in Niedersachsen
inklusive Gemeinschaftsschule als präferiertes Schulmodell fördern
Eliteförderung an Gymnasien und Privatschulen langfristig beenden
Projektunterricht, anstatt Schulfächer einführen
multiprofessionelle Teams & Inklusion stärken
Lehrkräftebildung
die Erhöhung der Mittel für die Lehrkräftebildung zusätzlich zum
grundsätzlichen Mittelaufwuchs von 3,5%Aufwuchs der Studienplätze nach Schulform und Fachrichtung
Mentale Gesundheit, Beziehungsarbeit, Teamarbeit, Konfliktfähigkeit,
Antidiskriminierung, Demokratiebildung und kritische
Auseinandersetzung mit Machtstrukturen an SchulenAusbildung muss LK auf Differenzierung im Unterricht an
Gemeinschaftsschule vorbereiten
Lehrplan:
Gesundheitsförderung und Mentale Gesundheit in den Lehrplan
Sexualkundeunterricht reformieren
Stopp mit westlicher Sicht in Geschichtsunterricht
- bessere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im Geschichtsunterricht
- stärkerer Gegewartsbezug in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, insb. der Shoa, und dessen Kontinuitäten
Gleitzeitsystem in Schulen einführen
Berufsorientierung
Die GRÜNE JUGEND Berlin fordert eine Verbesserung der
Berufsorientierungsangebote an allgemeinbildenden Schulen. Bildungseinrichtungen
sollen nicht bloß Wissen vermitteln, sondern Schüler*innen auf die zunehmend
komplexe Welt vorbereiten.
Berufsorientierung muss ab der 7. Klasse als fester Bestandteil des Lehrplans
verankert werden. Es braucht mehr Raum für Praktika, Betriebserkundungen und
praxisnahe Projekte im Unterricht und die Einführung regelmäßiger individueller
Berufsorientierungsgespräche für alle Schüler*innen. Dazu unterstützen wir die
Einführung eines Perspektivenjahres.
Außerdem fordern wir verpflichtende Module zu Arbeitnehmer*innenrechten und die
Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, um Schüler*innen über ihre Rechte im
Berufsleben zu informieren.
Wir fordern eine gleichwertige Berufsorientierung für Ausbildungs- und
akademische Berufe durch die Einführung von Projekttagen und Praktika mit Fokus
auf handwerkliche, technische und soziale Berufe und die Förderung von
Ausbildungsbotschafter*innen an Schulen.
Die Berufsorientierungsangebote an Schulen müssen frei von
Geschlechterstereotypen sein. Wir fordern eine geschlechtersensible Beratung
durch Expert*innen und gezielte Förderprogramme, um geschlechtsstereotypische
Berufswahlen zu vermeiden.
Berlin braucht eine zukunftsorientierte, nachhaltige und gerechte Berufsbildung
– jetzt!
Hochschule
In einer modernen Hochschullandschaft muss die digitale Transformation dafür
sorgen, dass Bildung für alle zugänglich und flexibel wird. Wir müssen alle
Berliner Hochschulen in ihren digitalen Angeboten massiv ausbauen: von
interaktiven Online-Lernplattformen über virtuelle Labore bis hin zu digitalen
Bibliotheken. Besonders in gestalterischen Studiengängen ist der
Materialverbrauch extrem hoch, was viele Studierende vor enorme finanzielle
Herausforderungen stellt. Deshalb ist der Aufbau eines gezielten Förderprogramms
für Materialkosten und digitale Werkzeuge dringend notwendig!
Der Numerus Clausus und alle Auswahlverfahren für Hochschulzugänge müssen
komplett abgeschafft werden. Solche Verfahren benachteiligen vor allem
Bewerber*innen aus weniger privilegierten Familien und verstärken soziale
Ungleichheiten, weil sie teure Materialien oder unbezahlte Arbeit voraussetzen.
In den letzten Jahren gab es im Rahmen des Israel-Pälastina Konflikts zahlreiche
Debatten über Polizeipräsenz, Antisemitismus und Wissenschaftsfreiheit an den
Berliner Hochschulen. Die Lehre daraus muss sein: Studierende jeglicher
Diskriminierung müssen gleichermaßen geschützt werden. Wir fordern eine
Abschaffung des Ordnungsrechts an Berliner Hochschulen, eine Universität frei
von Polizei und dem Schutz der Wissenschaftsfreiheit und kontroverser
wissenschaftlicher Debatte.
Darüber hinaus muss die Demokratie an Hochschulen gestärkt werden:
Studierendenvertretungen müssen echte Einflussmöglichkeiten erhalten durch eine
viertel-paritätische Besetzung aller Gremien der akademischen Selbstverwaltung.
Die GRÜNE JUGEND Berlin fordert außerdem die explizite Festschreibung des
allgemeinpolitischen Mandats der Studierendenschaften im Berliner
Hochschulgesetz.
Wir wollen prekäre Arbeitsverhältnisse an Universitäten beenden und
solidarisieren uns mit den Forderungen von TVStud.
Ausbildung
Wir setzen uns außerdem für eine Aufwertung der dualen Ausbildung in Berlin ein.
Dafür fordern wir die Schaffung eines Auszubildendenwerks, analog zum
Studierendenwerk. Das Azubiwerk soll eigene Wohnheime und Mensen für Azubis
betreiben, um den kaum bezahlbaren Lebenshaltungskosten für Azubis
entgegenzuwirken. Es soll außerdem soziale Beratung für Auszubildende anbieten
und einen Fokus auf die Förderung von Demokratie im Betrieb legen, indem
besonders die Gründung von Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAVen)
unterstützt wird und JAVen in ihrer Arbeit beraten werden.
Um genügend hochwertige Ausbildungsplätze zu schaffen, fordern wir die
Einführung einer umlagefinanzierten Ausbildungsplatzgarantie. Die Umlage soll
ausbildende Betriebe finanziell unterstützen, um Anreize zur Schaffung von
Ausbildungsplätzen zu bieten und Investitionen in Ausbildungsqualität zu
erleichtern. Die Umlage wird am besten in den allgemeinverbindlichen
Tarifverträgen pro Branche festgehalten. Wo keine tarifliche Lösung gilt, muss
jedoch eine gesetzliche Regelung greifen. Bei der Ausbildungsplatzgarantie muss
die betriebliche Ausbildung immer Vorrang vor schulischen Modellen haben.
Damit die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf nicht vom Einkommen der Eltern
abhängt, muss die Mindestausbildungsvergütung auf mindestens 992 € netto
steigen. Zusätzlich fordern wir einen staatlichen Lernmittelzuschuss für alle
Azubis.