| Veranstaltung: | FLINTA* -Vollversammlung |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5. Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Elena Steinbach |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.05.2026, 10:59 |
A2: Gegen sexualisierte Gewalt im Netz
Antragstext
Sexualisierte Gewalt im Netz ist keine Randerscheinung – sie ist Alltag, und sie
trifft allermeistens uns. 70 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen in
Deutschland berichten von Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierungen in
sozialen Medien, das ist öfter als auf der Straße. Laut der Studie „Lauter Hass
– leiser Rückzug" gab rund jede zweite Frau, die von Hass im Netz betroffen war,
an, dass sich dieser auf ihr Aussehen bezog. 76 Prozent der Befragten sind
bereits Hate Speech im Netz begegnet, besonders häufig jüngere Nutzer*innen
unter 25 Jahren. Diskriminierende, sexualisierende und bedrohende Kommentare
richten sich überproportional gegen FLINTA*, queere Personen und People of
Color. Deshalb ziehen sich viele aus sozialen Medien zurück, posten weniger,
schweigen. Das ist kein individuelles Problem, das ist strukturelle Gewalt, die
Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Und dieser öffentliche Raum ist
heute auch digital und von einigen Wenigen reguliert. Wir verbringen einen
großen Teil unseres politischen und sozialen Lebens auf Instagram, TikTok und
Co. und erleben dort, wie Hass und Sexualisierung gezielt eingesetzt werden, um
uns zum Schweigen zu bringen. Plattformen reagieren zu langsam, löschen zu
selten, und schützen Betroffene nicht ausreichend. Dagegen wollen wir als Grüne
Jugend Berlin aktiv etwas tun.
Die FLINTA* Vollversammlung stellt fest:
- Sexualisierte Gewalt im Netz trifft FLINTA* systematisch und hat konkrete
Folgen: Selbstzensur, Rückzug aus dem öffentlichen Raum und psychische
Belastung. Das ist ein politisches Problem, kein individuelles.
- Meldungen durch Accounts mit Reichweite und Sichtbarkeit erhöhen
nachweislich den Druck auf Plattformen, Inhalte tatsächlich zu löschen.
Als Grüne Jugend Berlin haben wir diese Reichweite und wir sollten sie
nutzen.
- Viele Betroffene wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen oder wie sie sich
wehren können. Als politische Jugendorganisation können wir nicht nur
melden, sondern auch informieren, vernetzen und auf Unterstützungsangebote
hinweisen.
Die FLINTA* Vollversammlung fordert:
- Die Grüne Jugend Berlin nutzt ihre offiziellen Social-Media-Accounts
aktiv, um sexualisierende, diskriminierende und bedrohliche Posts und
Kommentare auf den gängigen Plattformen zu melden, koordiniert und
sichtbar.
- Es wird ein einfaches Verfahren entwickelt, über das Mitglieder solche
Inhalte intern weitermelden können, damit wir gebündelt und schnell
handeln können.
- Die Grüne Jugend Berlin vernetzt sich aktiv mit Beschwerde- und
Beratungsstellen zu sexualisierter Gewalt im Netz, zum Beispiel HateAid
oder jugendschutz.net, und leitet Betroffene gezielt an diese weiter, etwa
über unsere Social-Media-Kanäle und die Website.
- Die Grüne Jugend Berlin setzt sich auf Landes- und Bundesebene dafür ein,
dass Plattformen gesetzlich stärker verpflichtet werden, sexualisierte
Gewalt im Netz konsequent zu löschen und Betroffene besser zu schützen.
Begründung
erfolgt mündlich
