| Antragsteller*in: | Malte Richert (KV Grüne Jugend Berlin Ost) |
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B3: Malte Richert
Selbstvorstellung
Liebe GRÜNE JUGEND Berlin,
ich frage mich manchmal, im wievielten Herbst der Reformen wir eigentlich gerade leben. Wir erleben einen Hitzesommer nach dem anderen, Studis geben 800€ für ein WG-Zimmer aus und die scheiß AfD steht selbst in Berlin dauerhaft über 15%. Und alles was Schwarz-Rot dazu einfällt, ist eine nette Kombi aus mehr Arbeiten, weniger Sozialstaat und im Zweifel ein paar Leute abschieben. Oder auf Berlin-Ebene: mehr Autobahn, weniger Kultur und im Zweifel Polizeigewalt.
Aber wir stehen dagegen! Wir organisieren uns jeden Tag in der Uni, im Betrieb, in der Initiative und auf jeden Fall in der Grünen Jugend. Für eine gesellschaftliche Linke, die auf der Straße Meinung macht und diese im Parlament konkret umsetzt. Um das zu tun, brauchen wir eine starke GRÜNE JUGEND in ganz Berlin. Und stark sein heißt nicht nur Viele sein. Es heißt auch, klug zu kämpfen und dann nicht alleine zu stehen.
Schlauer kämpfen: Bildungsarbeit in der GJ
Im Bundesverband haben wir uns für 2027 viel Ausbildung vorgenommen. Wir wollen mehr werden, aber das geht nur, wenn die Neuen von kompetenten Kreisvorständen eingebunden werden, wenn sie Aktivismus erleben, der an wirksamen Handlungshebeln ansetzt und sie über die Mechanismen hinter den Krisen unserer Welt lernen können. All das ist oder erfordert gute Bildungsarbeit. Ich habe mich im letzten Jahr viel damit beschäftigt, wie gute Bildungsarbeit funktioniert und wie unsere noch besser werden kann. Das möchte ich weitermachen und bewerbe mich deshalb explizit auch darum, im Landesvorstand das Bildungsteam zu betreuen. Mir sind dabei die folgenden Dinge besonders wichtig:
- Solides materialistisches Fundament: Ein grundlegendes Verständnis von Kapitalismuskritik und dem Zusammenhang zwischen Eigentum und Ungleichheit ist extrem hilfreich, um Zusammenhänge in allen Politikfeldern zu verstehen und Handlungswege zu finden. Deshalb sollte Materialismus nicht nur in drögen Theorie-Workshops eine Rolle spielen, sondern eine Brille sein, durch die wir alle Themen betrachten - vom Überwachungsstaat bis zur Verkehrspolitik.
Bildungsarbeit offen für alle: Unsere Bildungsarbeit muss noch besser darin werden, unterschiedliche Voraussetzungen mitzudenken. Das heißt Awareness für z.B. körperliche Einschränkungen oder Neurodivergenz, aber es heißt auch, dass unsere Bildungsarbeit deutlich weniger akademisch werden muss. Ich möchte dafür z.B. Einflüsse von gewerkschaftlicher Bildungsarbeit aufnehmen, die schon lange erfahren darin ist, mit den verschiedensten Menschen linke Grundlagen zu erarbeiten.
Intersektionale Perspektiven mitdenken: Die materialistische Brille erklärt viel, aber wir können die Welt nur verstehen, wenn wir sie kombinieren mit anderen Perspektiven: Wenn wir etwa queer-feministische und antirassistische Kämpfe konsequent mitdenken und das auch in Workshops, die nicht vordergründig diese Themen behandeln. Das muss Aufgabe des Bildungsteams sein, aber kann durch gute Zusammenarbeit mit dem FLINTA*- und dem Vielfalts-Team besser werden.
Klarer Kurs auf Utopie: Unsere Bildungsarbeit machen wir nicht zum Selbstzweck. Sie ist ein konkretes Mittel zum Erreichen unserer langfristigen politischen Ziele. Ich möchte das in unserer Bildungsarbeit sichtbarer machen und dazu unter anderem auch Formate gestalten, in denen wir über unsere großen Ziele und den Weg dahin nachdenken und diskutieren können. Das machen wir aktuell noch zu selten.
Gemeinsam kämpfen: Arbeitskampf in die GJ bringen
Das zweite Thema, das mir für meine Kandidatur doll am Herzen liegt, ist Arbeitskampf. Ich war in meinem Betrieb lange Jugend- & Auszubildenvertreter, bin seit diesem Jahr Betriebsrat und koordiniere neuerdings unsere Gewerkschaftsarbeit im Betrieb. Ich verbringe also viel Zeit mit dem Nachdenken über Arbeit und bin dann oft frustriert, wenn wir als GJ dabei stehen bleiben, uns mit Arbeitskämpfen und Protesten zu solidarisieren. Ich möchte stattdessen noch stärker dafür sorgen, dass wir uns als Teil dieser Kämpfe verstehen. Dass wir beim Organizing unterstützen, wenn viele Hände gebraucht werden. Dass wir Studis und Schülis mobilisieren, wenn große Aktionen anstehen. Und dass wir so auch unseren Teil dazu tun, dass Arbeitskämpfe von innen und außen wieder mehr als Umverteilungsmaßnahmen im größeren linken Projekt wahrgenommen werden.
Und das coole an betrieblichem Aktivismus ist: Auch diese einzelnen Schritte zu unserer Utopie können relativ direkt konkrete Verbesserungen im Leben von Menschen erkämpfen. Und das bringt richtig Spaß.
Mit Malte kämpfen: Mit wem?
Ich bin Malte, 25 Jahre alt und aus dem KV Ost. Ich bin 2021 für mein duales Studium aus Schleswig-Holstein nach Mannheim und Berlin gezogen, seit 2024 wohne ich Vollzeit in Lichtenberg. In der GRÜNEN JUGEND bin ich schon seit 2020, habe also einige verschiedene Orte und Zeiten im Bundesverband gesehen und kenne auch die GJ Berlin inzwischen eine ganze Weile. Aktiv beteiligt habe ich mich viel in der Ost-Vernetzung & Organisation des Mitte-Ost-Kongress seit 2023 und war 2024/’25 Mitglied im ersten Bundesteam Ost. Dieses Jahr habe ich die Trainer*innen-Ausbildung / Bildungsakademie im Bundesverband durchlaufen und war Teil des Bildungsteams in Berlin, was mir super viel Spaß gemacht hat. Beruflich bin ich inzwischen Software-Entwickler in meinem Ausbildungsbetrieb und Betriebsrat, ergänzend dazu in Gewerkschaftsdingen wie der Tarifkommission unterwegs. Wenn ich dazwischen mal eine Pause finde, tauche ich (selten) in Boulderhallen auf, bin oft im Kino mit Friends oder lese ein gutes Buch.
Ich freue mich, euch am Wochenende auf der LMV zu sehen!
Meldet euch bei Fragen gerne bei mir via Instagram (@malte_richert) oder Signal (@malterichert.24).
Liebste Grüße
Malte
- Alter:
- 25
- Geschlecht:
- cis-männlich
- Kreisverband:
- Ost
