| Antragsteller*in: | Leonie Back (LV Grüne Jugend Berlin) |
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B4: Leonie Back
Selbstvorstellung
Liebe GRÜNE JUGEND BERLIN,
das letzte Jahr war für viele von uns im Verband und auch für uns im Landesvorstand ganz stark von der Abgeordnetenhauswahl geprägt: Wir haben erst als Grüne Jugend versucht, möglichst viele linke Takes ins Wahlprogramm zu verhandeln, haben dann richtig gekämpft, um unsere drei Votenträger*innen so hoch es ging auf die Liste zu verhandeln, auf der dann folgenden Listenaufstellung haben wir die ganze Versammlung mit unseren Klima und Krawall Shirts pink gefärbt. Danach habt ihr in den Kreisverbänden richtig krassen Wahlkampf abgerissen, eure Direktkandidat*innen vor Ort mega heftig supportet und an so vielen Stellen haben wir nice Aktionen im Rahmen unserer Kampagne umgesetzt. Das Ergebnis für die Grünen war leider ziemlich bescheiden, und gerade bei jungen Menschen ehrlich gesagt ziemlich bodenlos, was auch daran lag, dass gerade Themen, die junge Menschen beschäftigen, in der Kampagne quasi gar nicht vorkamen. Nichtsdestotrotz können wir aber wahnsinnig stolz auf uns als Verband sein: wir sind mit unserer bunten Kampagne richtig aufgefallen und haben bei unseren Haustürwahlkampfwochenenden und bei vielen Aktionen in den Kreisverbänden gezeigt, dass auch Wahlkampf einfach richtig Spaß machen kann. Außerdem sitzen jetzt einfach vier GJ-ler*innen im Berliner Parlament, um für unsere Themen zu streiten!
Linkes Korrektiv bei den Grünen sein
Mit Rot-Grün-Rot haben wir jetzt die Chance auf ein progressiv-linkes Bündnis, was endlich die Themen angeht, die uns alle beschäftigen: die viel zu hohen Mieten in unserer Stadt, die Klimakatastrophe, die uns zunehmend extreme Hitzenächte beschert und für viele Menschen in dieser Stadt lebensgefährlich wird, aber auch die Erstarkung des Faschismus auch bei uns hier in Berlin und das zunehmend bedrohliche Klima vor allem für Migras, Queers, FLINTA*s und andere Gruppen. Aber damit dieses Bündnis auch wirklich zustande kommt und dann auch wirklich die Politik umsetzt, die wir uns alle wünschen, dürfen wir jetzt nicht aufhören, Druck zu machen!
Mit Druck machen in der Grünen Partei konnte ich in den letzten Jahren viel Erfahrung sammeln, zum Beispiel in meinem Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg, wo wir mit Enad einen Kandidaten aufstellen konnten, der vielen Leuten richtig Hoffnung auf einen neuen, jungen, entschieden linken, aber auch einfach coolen Politikstil gemacht hat. Aber auch auf Landesebene, wo ich seit 2022 viele Kämpfe bei Landesparteitagen und beispielsweise in den Verhandlungen für unser Wahlprogramm geführt habe. Jetzt werde ich für die Grüne Jugend in Koalitionsverhandlungen sitzen und alles dafür tun, unsere Beschlusslage und unsere Analyse laut zu vertreten. Auch im nächsten Landesvorstand der Grünen Jugend würde ich gerne diese strategische Erfahrung bei den Grünen einbringen. Wir wurden zuletzt als Grüne Jugend zu wenig gehört und wollen daran mitwirken, die Grünen auch langfristig zu einer konsequent linken Partei ohne Bauchschmerz-Momente weiterzuentwickeln, die bei jungen Menschen wieder Wahlen gewinnen kann und dies auch mit jungen, nahbaren Gesichtern tut.
Damit das gelingen kann, ist ein besonders wichtiger Aspekt, uns noch stärker mit unseren Bündnispartner*innen zu vernetzen (z.B. Deutsche Wohnen und Co. enteignen, antifaschistischen Bündnissen wie widersetzen, der Klimabewegung, Gewerkschaften oder Bündnissen, die Arbeitskämpfe führen) und mit ihnen gemeinsam auf der Straße laut zu sein. Ich habe im nächsten Jahr richtig Bock, mich im Beisitz noch stärker in unsere Bündnisarbeit einzuarbeiten und hier in den Austausch zu treten, aber natürlich auch weiterhin auf der Straße laut zu sein.
Ein Verband der Vielen werden
Aber nach dem Wahlkampf heißt vor allem, dass wir wieder mehr Kapazitäten haben, uns selbst als Verband zu stärken. Ein besonders wichtiges Thema ist hier für uns natürlich Vielfaltspolitik: wir alle wissen, dass wir besonders als GRÜNE JUGEND Berlin oft zu weiß, zu akademisch, und teils auch zu cis-männlich sind. Wir wollen ein Ort sein, an dem sich alle möglichen jungen Menschen wohlfühlen und Bock haben, für das gute Leben für alle zu streiten. Besonders in so einer vielfältigen Stadt wie Berlin haben wir da noch viel nachzuholen.
Deswegen möchte ich mit dem Amt im Landesvorstand auch als Vielfaltspolitische Sprecherin kandidieren. Auch wenn ich selber keinen Migrationshintergrund habe, finde ich persönlich es gerade auch wichtig, dass wir Vielfaltspolitik und die Hinterfragung von Strukturen nicht nur Betroffenen hinterlassen, sondern hier auch gerade nicht betroffene Menschen als Allys wichtige inhaltliche Arbeit und auch Carearbeit übernehmen.
Wenn ich dieses Amt übernehmen darf, dann wären mir folgende Dinge wichtig:
Ich möchte gemeinsam mit dem Vielfaltspolitischen Team die Arbeit im Hintergrund machen, die es braucht, damit Safe Spaces für Migra-Personen richtig wertvolle Orte des Empowerments und des Erfahrungsaustauschs sein können.
Besonders in Verantwortungspositionen in unserem Landesverband, besonders auch dem Landesvorstand, sind wir aktuell einfach zu wenig divers und zu weiß. Hier müssen wir besser werden und uns überlegen, wie wir hier ganz gezielt Menschen ansprechen und empowern können.
Ein anderer wichtiger Aspekt ist für mich die gezielte Bildungsarbeit zu Antirassismus, Inklusion, Klassismus etc. in unserem Verband und besonders auch die Schulung von Verantwortungsträger*innen in unseren Kreisverbänden. Vielfaltspolitische Bildungsarbeit geht uns alle etwas an und sollte von der Breite des Verbandes, statt nur durch Betroffene umgesetzt werden. Kreisverbände sind die Orte, in denen die wichtigste politische Arbeit stattfindet, und besonders da müssen wir ansetzen, dass wir alle gemeinsam anpacken, um ein offener Verband und wirklich ein Verband der Vielen zu werden!
Außerdem will ich die Inklusionsstrategie der Bundesebene umsetzen und auch besonders jetzt nach der Alterserhöhung uns Gedanken machen, wie wir ein offenerer Raum auch für Schülis oder Azubis sein können.
Dafür bringe ich aus meinem Studium der Politikwissenschaften und Internationalen Beziehungen und nach meinen vielen Jahren Aufenthalt in Togo in Westafrika und Arbeit im afrikapolitischen Kontext viele Kenntnisse und Erfahrung zu antirassistischen und dekolonialen Perspektiven mit. Im Bildungsteam letztes Jahr konnte ich außerdem viel Erfahrung damit sammeln, zusammen mit dem Team coole Veranstaltungen wie den Verbandstag mit einer Podiumsdiskussion mit Bündnispartner*innen und einem antikapitalistischen Planspiel zu organisieren. Mit unseren unseren Wanderworkshops in den Kreisverbänden zu Polizeikritik und Dritten Orten oder unserem Bildungstag zu Israel und Palästina habe ich viel Erfahrung gesammelt, auch komplexe Themen für alle verständlich aufzuarbeiten, dazu Expert*innen einzuladen und Impulse für die Umsetzung in die politische Praxis zu geben.
Starke Basis = Starke Kreisverbände = starker Verband
Der weitere zentrale Aspekt der Arbeit im Landesvorstand ist meiner Meinung nach das Empowerment und die Unterstützung unser Kreisverbände. In den Kreisverbänden findet einfach jede Woche so krasse Arbeit statt, ohne die die Grüne Jugend nicht der Ort wäre, der er ist. Besonders Neumitglieder müssen sich zuallererst dort wohlfühlen, bevor sie anderswo aktiv werden, und die Kreisverbände kennen auch einfach die politischen Themen vor Ort am allerbesten. Deswegen wollen wir als Landesvorstand auch möglichst wenig vorgeben, sondern vor allem da ansetzen, wo wir euch am besten unterstützen können. Die Situation bei unseren KVen ist sehr unterschiedlich: Während einige sich vor Mitgliedern kaum retten können, haben andere gerade total Schwierigkeiten, neue Leute zu finden. Auf diese unterschiedlichen Situationen müssen wir uns noch stärker einstellen. In der Kreisverbandsbetreuung möchte ich natürlich beispielsweise bei Klausuren unsere Erfahrungen teilen, vor allem euch aber auch bei der Umsetzung cooler Projekte vor Ort unterstützen, oder zur Seite stehen, wenn ihr Schwierigkeiten mit euren Altgrünen habt ;)
Als Mitglied aus dem Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg ist mir natürlich auch die Basisdemokratie besonders wichtig. Dafür finde ich es wichtig, dass wir als Landesvorstand noch mehr und transparenter über unsere Arbeit berichten und noch mehr Formate für das Äußern von Feedback und Wünschen finden. Außerdem finde ich es zentral, noch transparenter über die Besetzung von Verantwortungspositionen zu werden. Dafür haben wir als Landesvorstand vor dieser LMV schon versucht, erste Schritte zu gehen.
Zu mir
Ich bin Leonie (sie/ihr), 25 Jahre alt, bin nach Stationen im Ruhrgebiet, Togo und Frankreich 2022 nach Berlin gezogen und seitdem auch bei der Grünen Jugend aktiv. Nach einigen Jahren im Kreisvorstand in Xhain und jetzt über einem Jahr als Beisitzerin im Landesvorstand sowie als seit langem Aktive bei den Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg kenne ich unsere Strukturen & auch ganz viele von euch sehr gut. Neben meinem politischen Engagement studiere ich aktuell im Master Internationale Beziehungen und arbeite im Bereich Entwicklungszusammenarbeit zur globalen Energiewende mit Ländern des Globalen Südens. Neben diesem etwas vollen Leben versuche ich sonst, beim Lesen, Sport machen, mit Freund*innen yappen oder Kochen etwas zu entspannen (lol).
Ich freue mich, euch alle auf der Landesmitgliederversammlung zu sehen und hoffe auf euren Support !
Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei mir auf Signal oder Instagram unter leonie.rosa melden.
Alerta!
- Alter:
- 25
- Geschlecht:
- weiblich
- Kreisverband:
- KV Friedrichshain-Kreuzberg
