| Antragsteller*in: | Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Berlin (dort beschlossen am: 23.10.2026) |
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A5: Gemeinsam kämpfen – Arbeitsprogramm der GRÜNEN JUGEND Berlin 2026/27
Antragstext
Unter dem Motto “Klima und Krawall” haben wir im letzten Verbandsjahr für linke
Mehrheiten und den Einzug von unseren Votenträger*innen Klara, Elina und Bogusz
ins Abgeordnetenhaus gekämpft. Jetzt sitzen alle drei im Parlament und mit Rot-
Grün-Rot wird eine Regierung verhandelt, die Hoffnung gibt auf ein Berlin für
alle. Aber, wir sind noch lange nicht fertig und unser Kampf für ein gerechtes,
solidarisches Berlin geht im nächsten Verbandsjahr erst so richtig los.
Denn Rot-Grün-Rot erreicht das gute Leben für Alle nicht von alleine. Wir müssen
mehr denn je Druck auf der Straße machen, damit eine linke Regierung dieses gute
Leben für Alle schafft. Dieser Druck kommt nicht aus dem Nichts, für diesen
Druck müssen wir Menschen organisieren, die mit uns gemeinsam kämpfen. Und wir
müssen diesen Druck ins Parlament tragen – gemeinsam kämpfen wir dafür mit
unseren Votenträger*innen Klara, Elina, Bogusz und Jakob, unserem GRÜNE JUGEND-
Direktkandidaten aus Charlottenburg-Wilmersdorf.
Im nächsten Jahr setzen wir in der Arbeit als GRÜNE JUGEND Berlin deshalb vier
Schwerpunkte:
1. Nach der Wahl heißt auf die Straße: Bündnisarbeit
Im nächsten Jahr werden wir gemeinsam kämpfen, um mehr Druck auf der Straße zu
erzeugen. Denn linke Mehrheiten im Parlament alleine reichen nicht aus. Es
braucht auch eine organisierte, linke Zivilgesellschaft, die Druck auf den Senat
ausübt, damit der konsequent gerechte Politik für alle Berliner*innen
vorantreibt. Deshalb liegt unser Fokus auf Bündnisarbeit mit der
Zivilgesellschaft. Dafür sind wir bei Demos präsent auf der Straße, vernetzen
uns stärker mit Bündnissen, die unsere Anliegen teilen, und tragen diese
Anliegen gemeinsam mit unseren Votenträger*innen in Parlament und grüne Partei.
2. Skills für die Kreisverbände
Doch das können wir nur gemeinsam erreichen. Deshalb müssen wir Menschen bei uns
vor Ort organisieren, die mit uns gemeinsam kämpfen. Um neue Mitglieder zu
gewinnen und gut einzubinden, braucht es Kreisverbände, die das nötige Wissen
und die richtigen Fähigkeiten haben. Deswegen legen wir einen Fokus auf das
Skillsharing und die Ausbildung in den Kreisverbänden: etwa zu
Neumitgliedereinbindung, offener Verbandskultur, feministischer
Verbandsstrategie, guter Bildungsarbeit und lokaler Bündnisarbeit.
3. Antirassistische Arbeit
Doch wir erkämpfen das gute Leben nicht nur für alle Menschen, wir müssen es
auch mit allen Menschen gemeinsam erkämpfen. Diesem Anspruch werden wir als
GRÜNE JUGEND Berlin aktuell nicht gerecht. Besonders migrantisierte Menschen
sind in unserem Verband unterrepräsentiert. Deshalb bilden wir die Kreisverbände
weiter darin aus, migrantisierte Mitglieder besser anzusprechen. Wir fördern
migrantisierte Mitglieder gezielt. Und wir setzen die Themen der
Lebensrealitäten migrantisierter Menschen auf die Agenda.
4. Wir stellen die Klassenfrage: von Arbeitskämpfen bis zur
Klimakrise
Die Probleme der Menschen in Berlin sind kein Zufall, sie haben System. Deshalb
müssen wir für grundsätzliche Veränderung kämpfen. Darum ist klar: Wir stellen
die Klassenfrage. Die Klassenfrage steht im Zentrum unserer Bildungsarbeit
genauso wie unserer politischen Forderungen. Wenn wenige Unternehmen das Klima
zerstören und die Ärmsten unter den Hitzewellen leiden, dann ist eindeutig: Die
Klimakrise ist eine Klassenfrage. Mit diesem Zusammenhang werden wir uns
beschäftigen. Aber gleichzeitig kämpfen Arbeiter*innen in Berlin immer wieder
gegen ihre Ausbeutung: ob bei der BVG oder in den Krankenhäusern. Wir werden uns
damit beschäftigen, wie Arbeitskämpfe die Klassenfrage stellen, theoretisch und
ganz praktisch.
I. Politische Praxis und Theorie zusammen
Unsere Stärke: die Mitglieder vor Ort – eine offene
Verbandskultur
Unsere Kampagne hat gezeigt: Um in Berlin für Veränderung zu kämpfen, brauchen
wir vor allem eins, aktive Mitglieder vor Ort in den Kreisverbänden. Deswegen
werden wir im nächsten Jahr daran arbeiten, dass mehr Interessierte zu uns
kommen, sich entscheiden bei uns bleiben und mehr Mitglieder in den
Kreisverbänden aktiv bleiben. Zentraler Hebel dafür ist eine offene
Verbandskultur, die jedes Mitglied willkommen heißt. Deswegen werden wir
systematisch alle Kreisvorstände mit Workshops in Mitgliedergewinnung,
Neumitgliederarbeit und Verbandsöffnung ausbilden.
Eine offene Verbandskultur entsteht vor allem, wenn die GRÜNE JUGEND ein
attraktiver sozialer Ort ist. Dazu müssen wir ein „Dritter Ort” sein, der über
die reine politische Arbeit hinausgeht und für alle jungen Menschen zugänglich
ist. Gemeinsam als Kreisverband kochen, ins Kino gehen oder picknicken, sind für
nachhaltiges politisches Engagement wichtiger als eine formale
Kreismitgliederversammlung. Aus freundschaftlichen Banden erwächst die Kraft,
gemeinsam für Inhalte zu kämpfen. Deswegen bekommt Socializing einen zentralen
Stellenwert in unserer Arbeit. Auf Landesebene werden wir Socializing in alle
Veranstaltungen integrieren. Die Kreisverbände unterstützen wir, attraktives
Socializing anzubieten, die gut geplant und für alle Altersgruppen und
Hintergründe zugänglich sind.
Unsere Verbandskultur ist ein entscheidender Teil der GRÜNEN JUGEND und
entscheidet oft, ob Menschen sich in unserem Verband wohl fühlen und politisch
einbringen können und wollen. Doch noch zu häufig herrscht eine Verbandskultur
vor, die Mitglieder davon abhält, dies zu tun. Eine solche Verbandskultur zeigt
sich in vielen Situationen – von toxisch cis-männlichen Verhalten über fehlendem
Austausch von Kritik bis hin zu einer akademisch geprägten Gesprächskultur, die
ausschließt. Gleichzeitig zeigen sich diese Probleme auf allen Ebenen: vom
Aktiventreffen des Kreisverbandes bis zu Veranstaltungen auf Landesebene. All
diese Probleme in der Verbandskultur hängen für uns zusammen. Deswegen müssen
die Lösungen – egal ob die Einbindung von Neumitgliedern, unsere feministische
Verbandskultur oder eine antirassistische Verbandsstrategie – zusammengedacht
werden. Daher werden wir uns im nächsten Verbandsjahr damit beschäftigen, wie
eine gute Verbandskultur aussehen kann und uns selber sowie andere
Verantwortungsträger*innen dafür sensibilisieren.an allen Ecken und auf allen
Ebenen. Denn eine gute Verbandskultur, die jede einzelne Person aktiv dazu
einlädt, sich einzubringen und so politische Wirksamkeit zu erfahren, ist
Voraussetzung, gemeinsam als Landesverband für unsere Visionen zu kämpfen.
Erste Anlaufstelle für Interessierte sind die Kreisverbände und ihre Treffen.
Regelmäßige Neuen- und Interessiertentreffen finden deshalb in erster Linie dort
statt. Um Neumitgliedern die Einbringungsmöglichkeiten im Landesverband zu
zeigen und mehr über ihre Interessen zu erfahren, organisieren wir außerdem auf
Landesebene zwei Treffen für alle Neumitglieder, die im letzten halben Jahr
eingetreten sind.
Sofern uns dafür die notwendigen finanziellen Mittel und zeitlichen Kapazitäten
zur Verfügung stehen, werden wir außerdem ein Neumitglieder-Camp organisieren,
um diese langfristig an den Verband zu binden und sie in die Themen und
politische Praxis des Verbandes einzuführen. Wir werden außerdem Konzepte
entwickeln, wie wir Neumitglieder bei Veranstaltungen auf Landesebene besser
einbinden können.
Des Weiteren werden wir uns auch damit befassen, wie die GRÜNE JUGEND auch
langjährigen Mitgliedern langfristig einen Ort politischer Wirksamkeit bieten
kann und wie wir ihr Wissen und ihre Erfahrung besser einbinden können.
Kreisverbände stärken
Unsere politische Arbeit findet vor allem in den Kreisverbänden statt. Gute
politische Arbeit als GRÜNE JUGEND braucht deshalb gut ausgebildete
Kreisverbände, die das nötige Wissen und Werkzeuge für ihre Arbeit haben.
Im nächsten Jahr werden wir deshalb zwei Kreisvorstände-Landesvorstands-Treffen
(KV-LaVo-Treffen) veranstalten. Dort gibt es Fortbildungsmöglichkeiten für die
Kreisvorstände und Raum für Vernetzung und Skillsharing.
Ein weiterer Ort für die Fortbildung der Kreisvorstände sind die vom
Landesvorstand organisierten Kreisvorstands-Klausuren. Diese sollen regelmäßiger
stattfinden. Durch ein Baustein-Modell werden wir außerdem die Möglichkeit
schaffen, die Klausuren besser auf die individuellen Bedürfnisse der
Kreisverbände anzupassen. Für einen direkten und verlässlichen Kontakt zum
Landesvorstand werden wir die Betreuung der Kreisverbände durch einzelne
Landesvorstandsmitglieder fortführen und dabei neue Angebote für den Kontakt
schaffen. Die Orga-Treffen als regelmäßiger kurzer Draht zwischen
Kreisvorständen und Landesvorstand führen wir fort.
Das notwendige Wissen für die Arbeit im Kreisvorstand und Best Practices werden
wir in einem Kreisverbands-Handbuch zusammenführen und den Kreisverbänden für
ihre Arbeit zur Verfügung stellen.
Als weiteren Ort für Ausbildung und Austausch werden wir ein Camp für
Verantwortungsträger*innen und solche, die es werden wollen, veranstalten. Neben
den praktischen Skills für die Arbeit im Verband werden wir dort insbesondere
unsere Strategie als Landesverband diskutieren. Im Zentrum soll dabei unsere
Strategie stehen, grundsätzliche Veränderungen des gesellschaftlichen Systems zu
erreichen. Wir werden gemeinsam die Frage diskutieren, wie wir als GRÜNE JUGEND
konkrete politische Reformen und langfristige politische Utopien vereinen.
Stabile Bildungsarbeit
Bildungsarbeit ist zentral, damit wir erklären können, woher die
Ungerechtigkeiten stammen und vor allem, wie unsere Strategie aussieht, diese
Ungerechtigkeiten zu beenden. Deswegen setzen wir auch im nächsten Jahr einen
Fokus auf starke Bildungsarbeit im Verband.
Grundlage unserer Bildungsarbeit ist eine materialistische Analyse. Ausgehend
davon stehen im nächsten Jahr besonders zwei Themen im Zentrum der
Bildungsarbeit. Wir werden uns mit Arbeitskämpfen beschäftigen und damit, wie
Klassenfrage und Klimakrise zusammenhängen. Zu diesen Schwerpunktthemen werden
wir mindestens eine Reihe von Wanderworkshops für die Kreisverbände anbieten.
Damit wollen wir besonders personell schwächer aufgestellte Kreisverbände
entlasten.
Theorie und politische Praxis gehören zusammen. Deshalb werden wir unsere
Bildungsarbeit und politische Praxis stärker verknüpfen. Wir werden zu wichtigen
Terminen im politischen Kalender Aktionswochen anbieten. Dabei verbinden wir
Demo-Besuche oder andere gemeinsame politische Aktionen mit Bildungsangeboten zu
dem Thema und arbeiten dazu auch auf Social Media.
Nicht zuletzt findet der Großteil der Bildungsarbeit jedoch jede Woche in den
Treffen der Kreisverbände statt. Deshalb werden wir die Kreisverbände darin
unterstützen, gute Bildungsarbeit anzubieten. Wir werden die Kreisvorstände
dafür in den notwendigen Skills für Bildungsarbeit und zu unserer politischen
Analyse als Grundlage von Bildungsarbeit ausbilden. Wir binden das Bildungsteam
in die Organisation des Camps für Verantwortungsträger*innen und Neumitglieder-
Camp ein.
Unsere Bildungsarbeit muss für alle da sein. Deshalb werden wir unsere
Bildungsarbeit niedrigschwellig gestalten – mit vielfältigen Methoden, einfachen
Erklärungen und praxisnahen Beispielen. Bildungsarbeit ist zentral für unsere
Arbeit als Landesverband und endet deshalb nicht beim Bildungsteam. Das
Bildungsteam und der Landesvorstand werden daher mit dem FLINTA*- &
genderpolitischen Team sowie vielfaltspolitischen Team zusammenarbeiten, um gute
Bildungsarbeit zu den Themen der Teams anzubieten.
Politische Praxis vor Ort
Aber unsere politische Arbeit darf nicht an der Tür der Kreisgeschäftsstelle
aufhören. Wir müssen mit unserer Aktion raus auf die Straßen in den Kiezen.
Schon im letzten Jahr haben unsere Kreisverbände gezeigt, wie wirksam ihre
Aktionen vor Ort waren: Egal ob der Kreisverband Ost, die mit der Kulturkarre
einen Rave am Marzahner Stadtrand gebracht haben, oder der Kreisverband
Friedrichshain-Kreuzberg, die zusammen mit lokalen Bündnissen eine Demo gegen
den Hochhaus-Wahnsinn im Gleisdreieckpark organisiert haben.
Im nächsten Jahr wollen wir alle Kreisverbände unterstützen, eine Aktion in
ihrem Bezirk umzusetzen. Diese Aktionen sind vor allem eine Gelegenheit, als
Mitglieder Erfahrungen zu sammeln und neue Skills für politische Arbeit zu
lernen. Denn kein Workshop kann ersetzen, was man in der praktischen Planung
eines Projekts lernt. Deshalb gilt: jede kleine Aktion ist ein Erfolg. Wir
werden die Kreisverbände unterstützen, Projekte zu finden, die zu ihren
Interessen und Kapazitäten passen. Dabei wollen wir insbesondere das Wissen der
Votenträger*innen in den Bezirksverordnetenversammlungen nutzen und
Kreisverbände dazu ermuntern, zu kooperieren und so ihre Kräfte zu bündeln.
II. Zwischen Straße und Parlament
Starke Bündnisse
Für uns ist Druck von der Straße der entscheidende Hebel für gesellschaftliche
Veränderung. Als GRÜNE JUGEND sehen wir unsere Rolle darin, den Druck von der
Straße gezielt in Parlament und Partei zu tragen. Deswegen werden wir unsere
Bündnisarbeit im nächsten Jahr verstärken. Wir wollen bei Demos präsenter sein.
In der Bündnisarbeit setzen wir auf gute und enge Zusammenarbeit mit zentralen
Bündnispartner*innen. Unsere Zusammenarbeit mit widersetzen und der
Klimabewegung setzen wir fort. Daneben wollen wir insbesondere unsere
Bündnisarbeit im Bereich Arbeitskämpfe und im Bereich der Mieter*innenbewegung
verstärken.
Die Zuständigkeit für Bündnisarbeit werden wir stärker im gesamten
Landesvorstand aufteilen. Wo es sinnvoll ist, wollen wir wieder Mitglieder
außerhalb des Landesvorstandes langfristig und verbindlich in die Bündnisarbeit
einbinden.
Wir werden die Kreisverbände und Votenträger*innen in den Bezirksparlamenten
darin unterstützen, vor Ort in den Bezirken gute Bündnisse zu lokalpolitischen
Themen zu knüpfen.
Druck in die Partei tragen
Wir wollen den Druck von der Straße und aus den Bündnissen in die Partei und
ihre Fraktion tragen. Es geht uns dabei aber nicht darum, bloß die politischen
Inhalte der grünen Partei zu verändern, wir fordern eine grundsätzlich andere
politische Praxis der Partei ein – eine politische Praxis, die die Sorgen junger
Menschen ernst nimmt und Menschen gezielt anhand ihrer materiellen Bedürfnisse
organisiert.
Parteiarbeit ist kein Selbstzweck. Wir bringen uns dort ein, wo es strategisch
sinnvoll ist, aber setzen dort klar eigene Prioritäten, wo es notwendig ist. Wir
sind ein Verband, der sich als Teil außerparlamentarischer Bündnisse versteht
und gleichzeitig politische Jugendorganisation ist. Deswegen tragen wir gezielt
Anliegen von Bündnispartner*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in
die grüne Partei und ihre Fraktion, beispielsweise in den
Koalitionsverhandlungen.
Der Verlust bei der letzten Berlin-Wahl, insbesondere bei jungen Menschen, hat
gezeigt, dass es eine grundsätzlich andere, linke politische Praxis braucht,
damit die grüne Partei langfristig wieder erfolgreich ist. Dafür werden wir uns
in den Analyseprozessen der Partei zur Wahl einsetzen. Wir werden junge Menschen
unterstützen, in Ämtern in der grünen Partei genau diese neue linke politische
Praxis umzusetzen.
Wir werden Verbandsdebatten führen, wie eine eine nachhaltige, linke
Parteiarbeit auf allen Ebenen aussieht, die eine grundsätzlich andere politische
Praxis der Partei erreicht. Dazu werden wir auch die Wissensweitergabe an
Kreisverbände verstärken.
Wir werden unsere Rolle als Jugendorganisation einer Regierungspartei nutzen, um
– besonders gemeinsam mit den Jugendorganisationen der anderen
Regierungsparteien – gezielt und gemeinsam den Druck der Straße in die rot-grün-
rote Regierung und ihre Parteien zu tragen. Auch im kommenden Verbandsjahr
werden wir den regelmäßigen Austausch mit grünen Landesvorstand, der Fraktion
und weiteren uns nahestehenden Amts- und Mandatsträger*innen suchen, um unsere
Anliegen und die unserer Bündnispartner*innen in die Partei zu tragen.
Unsere Votenträger*innen
Mit Klara, Elina und Bogusz konnten wir drei Votenträger*innen ins
Abgeordnetenhaus bringen und auch Jakob ist als GRÜNE JUGEND-Abgeordneter direkt
eingezogen. Die Kreisverbände konnten noch viele weitere Votenträger*innen in
die Bezirksverordnetenversammlungen bringen. Unsere Votenträger*innen sind
zentral, um mit uns den Druck der Straße in die Parlamente und Partei zu tragen.
Dazu arbeiten wir eng mit ihnen zusammen. Wir schaffen als Landesvorstand einen
regelmäßigen Austausch mit unseren Votenträger*innen im Abgeordnetenhaus und in
Parteiämtern auf Landesebene. Im Fokus des Austausches steht neben aktuellen
Entwicklungen besonders eine langfristige gemeinsame Strategie. Wir arbeiten
außerdem daran, die Votenträger*innen langfristig an die GRÜNE JUGEND zu binden.
Die Votenträger*innen auf Landesebene wirken in den Verband hinein, um zu
zeigen, wie unsere politische Strategie, den Druck der Straße ins Parlament zu
tragen, aussieht. Dafür informieren sie nicht nur den Landesvorstand, sondern
die gesamte Mitgliedschaft regelmäßig über ihre Arbeit und wie sie die
politische Strategie der GRÜNEN JUGEND umsetzen. Dazu sind sie u.a. regelmäßig
auf Veranstaltungen des Landesverbandes vor Ort.
Wir gründen eine BVV-Vernetzung der Votenträger*innen in den
Bezirksverordnetenversammlungen. Dort wollen wir uns regelmäßig zur gemeinsamen
politischen Strategie als GRÜNE JUGEND, der Bündnisarbeit vor Ort und der
praktischen Arbeit im Bezirksparlament austauschen. Wir wollen eine langfristige
Bindung der Votenträger*innen an die GRÜNE JUGEND und ihre Kreisverbände
sicherstellen und eine regelmäßige Präsenz und Austausch mit den Kreisverbänden
erreichen. Unsere Vernetzung zur kommunalpolitischen Arbeit orientiert sich an
der Kommunalstrategie des Bundesverbandes (beschlossen vom ersten Länderrat
2025).
Bis zur ersten Landesmitgliederversammlung wird der Landesvorstand in enger
Kooperation mit den Votenträger*innen eine darauf aufbauende Kommunalstrategie
für die GRÜNE JUGEND Berlin entwickeln und dort zur Abstimmung stellen. Diese
soll Antworten darauf liefern, wie wir und unsere Votenträger*innen mit unserer
politischen Praxis den materiellen Bedürfnissen der Menschen vor Ort begegnen
können. Und wie wir die Brücke zwischen der Straße vor Ort und dem
Lokalparlament sein können. Ziel der Strategie soll es sein, linke
Kommunalpolitik nicht als individuellen Arbeitsauftrag der Votenträger*innen zu
verstehen, sondern eine gemeinsame linke kommunale Praxis zu etablieren.
Social Media
Social Media ist unser wichtigstes Sprachrohr, um unsere linken Positionen und
Verbandsanalysen als GRÜNE JUGEND in die Öffentlichkeit zu tragen und unsere
Zielgruppe zu erreichen. Wir verbessern deshalb unsere internen Social Media-
Strukturen. Wir betten Social Media stärker in unsere strategischen und
inhaltlichen Prozesse ein. So verzahnen wir Social Media mit unserer
Bildungsarbeit und tragen deren Ergebnisse nach außen. Außerdem nutzen wir
Social Media, um strategisch Druck auf die Grüne Partei auszuüben. Wir wollen
unsere Reichweite als Landesverband auch verstärkt dafür nutzen, die politische
Arbeit unserer Kreisverbände stärker nach außen zu tragen und anlassbezogen
stärker zusammenzuarbeiten.
Wir wollen im kommenden Verbandsjahr unsere Social-Media Arbeit
ebenenübergreifend professionalisieren. Dafür wollen wir Fortbildungsangebote
für die Kreisverbände, unsere Votenträger*innen in den
Bezirksverordnetenversammlungen und den Landesvorstand anbieten.
Pressearbeit nutzen wir gezielt, um linke Themen in der Öffentlichkeit zu
setzen, Druck auf die grüne Partei auszuüben und Bündnisse zu unterstützen.
III. Ein Verband für alle
Antirassistische Verbandsarbeit
Antirassistische Verbandsarbeit ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit im kommenden
Jahr. Im Zentrum unserer antirassistischen Verbandsarbeit steht die Umsetzung
der antirassistischen Strategie des Bundesverbandes. Im kommenden Jahr bilden
wir uns als Landesvorstand erneut zu antirassistischer Verbandsarbeit fort. Auch
alle Kreisvorstände werden dazu fortgebildet.
Wir fördern und vernetzen migrantisierte Mitglieder und Mitglieder mit
Antisemitismus und/oder Rassismus-Erfahrung (MARE) gezielt. Dazu veranstalten
wir erneut einen Migra-Fördertag. Außerdem finden regelmäßige MARE-
Vernetzungstreffen statt. Zusätzlich mobilisieren wir zu den Förderwochenenden
des Bundesverbandes.
Wir thematisieren Rassismus und weitere Themen aus der Lebensrealität von
migrantisierten Menschen aktiv in unserer politischen Arbeit. Diese Themen
sollen besonderen Raum in unserer Bildungsarbeit, Bündnisarbeit und
Öffentlichkeitsarbeit finden. Klar ist: dies ist Aufgabe aller Mitglieder und
nicht allein migrantisierter Mitglieder.
FLINTA*-Förderung und Geschlechterstrategie
Unser Selbstverständnis als GRÜNE JUGEND ist konsequent feministisch –
verbindlich auf allen Ebenen. Aber eine patriarchal geprägte Gesellschaft macht
auch vor uns als Verband keinen Halt und prägt uns – egal ob bei cis-männlich
geprägten Redeverhalten, informellen Machtnetzwerken oder ungleicher Verteilung
von Care-Arbeit im Verband.
Wir fördern daher das Empowerment, den Austausch und die Sichtbarkeit von
FLINTA*-Person. Dazu findet auch im nächsten Jahr wieder eine FLINTA*-
Vollversammlung statt. Auch ein FLINTA*-Förderwochenende wollen wir im kommenden
Jahr wieder in Kooperation mit weiteren Landesverbänden veranstalten.
Ob wir unseren feministischen Ansprüchen gerecht werden, entscheidet sich jede
Woche vor Ort bei den Treffen der Kreisverbände. Deswegen werden wir die
Kreisvorstände in FLINTA*-Förderung und Geschlechterstrategie ausbilden. Die
Kreisverbände unterstützen wir in der Veranstaltung von regelmäßigen FLINTA*-
Treffen. Die FLINTA*-Verantwortlichen in den Kreisvorständen vernetzen wir. Auf
Landesebene werden wir evaluieren, wie wir Hürden für die Teilnahme und
Einbringung bei landesweiten Veranstaltungen für FLINTA*-Personen abbauen
können. Auch auf Bundesveranstaltungen ist der Anteil FLINTA*-Personen teils
auffallend gering. Deshalb empowern wir gezielt FLINTA*-Personen für die
Teilnahme und tragen als Verantwortungsträger*innen unseren Teil dazu bei, dass
die Veranstaltungen ein attraktiver Raum für FLINTA*-Personen sind.
Die Arbeit für einen feministischen Verband darf nicht allein an denjenigen
hängen bleiben, die vom Patriarchat betroffen sind. Deshalb nehmen wir auch
solidarische Männlichkeit in den Blick. Wir wollen in allen Kreisverbänden einen
Workshop zu solidarischer Männlichkeit anbieten.
Die Förderung von trans, inter, nicht-binären und agender Personen (TINA*-
Personen) nehmen wir gezielt in den Blick. Dazu schaffen wir weiter
Vernetzungsmöglichkeiten für TINA*-Personen.
Ein sicherer Verband: Awareness und Jugendschutz
Damit wir ein Verband für alle sind, müssen alle im Verband sicher sein und sich
sicher fühlen. Daher stärken wir die Awareness-Arbeit. Dazu werden wir eine
weitere Awareness-Schulung anbieten. Wir wollen einen festen Pool an Personen
für die Übernahme von Awareness-Schichten auf den Veranstaltungen des
Landesverbandes etablieren und dadurch verstärkt geschulte Personen für diese
Arbeit einsetzen. Es sollen feste Verantwortliche in den Kreisverbänden für die
Organisation der Awareness-Arbeit benannt werden. Diese wollen wir vernetzen und
schulen. Für Veranstaltungen mit Übernachtungen werden wir ein Awarenesskonzept
vorlegen.
Wir werden das Jugendschutzkonzept des Bundesverbandes umsetzen und besondere
Handlungsbedarfe in unserem Landesverband und den Kreisverbänden identifizieren
und angehen. Dabei werden wir die Perspektiven der U18-Personen eng einbinden.
Vielfältiger Verband
Wir werden auch im nächsten Jahr weiter daran arbeiten, dass wir als Verband
vielfältiger werden und uns für neue Menschen öffnen.
Als Verband müssen wir dazu inklusiver und barriereärmer werden. Wir werden
deshalb die Inklusionsstrategie des Bundesverbandes umsetzen und die besonderen
Handlungsbedarfe in unserem Landesverband identifizieren. Wir werden weiter
finanzielle und personelle Ressourcen dafür einsetzen, dass die Veranstaltungen
des Landesverbandes in barrierearmen Räumlichkeiten stattfinden. Die
Kreisverbände werden wir darin ausbilden, ihre Treffen inklusiv und barrierearm
zu gestalten. Die Vernetzung von Menschen mit Behinderungen, chronischen
Krankheiten und/oder Neurodivergenzen (Disability-Vernetzung) führen wir fort.
Damit marginalisierte Gruppen im Verband eine starke Stimmen haben, braucht es
Vernetzung. Die Vernetzung von Schüler*innen und U18-Mitglieder führen wir fort.
Ebenfalls werden wir eine Vernetzung von Mitglieder in/mit Ausbildung (Azubi-
Vernetzung) schaffen. Die Vernetzungen arbeiten selbstorganisiert, werden aber
durch den Landesvorstand und das zuständige Team unterstützt.
Für uns gilt: die Arbeit zu allen vielfaltspolitischen Themen darf nicht an den
Betroffenen hängen bleiben. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, Nicht-
Betroffene bei dieser Arbeit in die Pflicht zu nehmen. Im Sinne unseres
intersektionalen Verständnisses als Verband werden das vielfaltspolitische Team
sowie FLINTA*- & genderpolitische Team enger zusammenarbeiten.
Die vielfaltspolitisch Verantwortlichen in den Kreisvorständen vernetzen wir.
Auch Bildungsarbeit ist zentraler Teil unserer vielfaltspolitischen Arbeit.
Deshalb werden wir hier vielfaltspolitische Themen aufnehmen, etwa aus den
Bereichen Rassismus, Antisemitismus sowie Westasien.
IV. Die Grundlage: Gute Strukturen und Finanzen
Gute und transparente Strukturen
Wirksame politische Arbeit braucht gute Strukturen. Deshalb stärken wir den
Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen dem Landesvorstand, den Teams
und den Kreisverbänden. Dazu setzen wir die Kreisverbands-Betreuung fort und
sind so als Landesvorstand bei den Treffen der Kreisverbände ansprechbar für
alle Mitglieder. Kreisverbands-Betreuung ist für uns keine Einbahnstraße, wir
werden die Betreuung nutzen, um aktiv Feedback von den Kreisvorständen und
Basis-Mitgliedern einzuholen.
Basisdemokratie funktioniert nicht von selbst, denn Mitbestimmung setzt
Information voraus. Deswegen werden wir als Landesvorstand bei allen
Landesmitgliederversammlungen von unserer Arbeit berichten und bieten in einer
Fragestunde Raum für Rückfragen der Mitglieder. Zu Beginn der Amtszeit
informieren wir alle Mitglieder darüber, welches Landesvorstandsmitglied für
welche Arbeitsbereiche zuständig und ansprechbar ist. Denn Informationen,
Austausch und Kritik können am wirksamsten im persönlichen Gespräch geteilt
werden. Wir wollen den Newsletter, den wir im vergangenen Verbandsjahr bereits
erprobt haben, als kontinuierliches Format etablieren, um regelmäßig über die
Arbeit des Landesvorstandes zu informieren.
Die Feedback-Strukturen nach Veranstaltungen auf Landesebene führen wir fort und
evaluieren Verbesserungs- und Ausbaumöglichkeiten.
Zu Beginn der Amtszeit trifft sich der gesamte Landesvorstand mit den einzelnen
Teams, um gemeinsam die wichtigsten Projekte des Teams für das Verbandsjahr zu
planen. Um größere Veranstaltungen bestmöglich vorbereiten zu können, erproben
wir Prep-Teams bestehend aus Mitgliedern des Landesvorstandes, den Teams und der
Basis. Ziel der Prep-Teams sollte sein, Arbeitslast auf verschiedene Schultern
zu verteilen und weitere Perspektiven aus der Basis in die Planung
einzubeziehen.
Finanzen
Eine gute und sichere Finanzierung ist Grundlage für unsere politische Arbeit.
Deshalb werden wir uns bei den Grünen sowohl für eine kurzfristige als auch
mittel- und langfristige Erhöhung der Zuschüsse einsetzen. Gleichzeitig wollen
wir unsere Eigeneinnahmen steigern, unter anderem durch verstärktes Fundraising.
Ein Fokus liegt dabei auf wiederkehrenden Spenden durch grüne
Mandatsträger*innen. Außerdem streben wir eine Untervermietung der
Landesgeschäftsstelle an. Wir werden weiter nach Einsparpotenzialen bei
Fixkosten suchen, um einen größeren Teil des Budgets in unsere politische Arbeit
fließen zu lassen. Zudem werden wir weiterhin Rücklagen bilden, um auch bei
unerwarteten Ausgaben finanziell handlungsfähig zu bleiben.
Die Landesgeschäftsstelle und die Mitarbeitenden sind das Rückgrat der Arbeit
des Landesverbandes. Deshalb arbeiten wir weiter daran, gute Arbeitsbedingungen
sicherzustellen.
Wir werden mit dem Genderbudgeting weiter evaluieren und Transparenz darüber
schaffen, wie unsere Finanzausgaben unseren feministischen Ansprüchen gerecht
werden. Darüber hinaus werden wir die Ausgaben auch vor dem Hintergrund unser
antirassistischen und inklusiven Ansprüche betrachten.
Die Finanzverantwortlichen in den Kreisvorständen werden wir durch Skillsharing,
Austausch und individuelle Beratung unterstützen, die verfügbaren Mittel
möglichst effektiv für ihre politische Arbeit zu nutzen.
