| Antragsteller*in: | David Kaplan (GJ Berlin Nord) |
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B9: David Kaplan
Selbstvorstellung
Liebe Grüne Jugend Berlin,
schon seit einem Jahr darf ich Teil von unserem vielfaltspolitischen Team sein. Zuerst einige Monate über einen Basisplatz, und seit März als vielfaltspolitischer Sprecher und Beisitzer im Landesvorstand. In diesem Jahr haben wir so viel Tolles geschafft! Das motiviert mich, weiterzumachen und erneut für das vielfaltspolitische Team zu kandidieren.
Wir sind Viele! Migras im Verband stärken
42 Prozent aller Berliner haben Migrationshintergrund. Als Ukrainer bin ich Teil dieser Statistik. Wir alle wissen, dass sich diese Zahl nicht in unserem Landesverband widerspiegelt. Dafür gibt es viele Gründe, die sich nicht einfach mal so lösen lassen. Trotzdem müssen wir dafür sorgen, dass Themen von Migras besonderes Gehör bekommen, und sie gleichzeitig nicht darauf reduzieren. Wir sollten genauso über Finanzpolitik sprechen und uns für Ämter bewerben dürfen, die nichts mit unserer Identität zu tun haben! Wenn ein überwiegend weißer und deutscher Verband seine vielfaltspolitische Arbeit ernst nimmt, darf er Migras nicht alle in eine thematische Ecke stellen.
Zur Stärkung von migrantischen Stimmen gehören auch die regelmäßigen Migra-Vernetzungstreffen, die ich im letzten Jahr im vielfaltspolitischen Team koordiniert und betreut habe. Wenn man weiß, man ist nicht allein, ist das ein tolles Gefühl! Im Vergleich zum letzten Jahr ist mir persönlich aufgefallen, dass wir mehr Migras im Verband geworden sind. Was mir leider ebenfalls aufgefallen ist, ist dass darunter noch zu selten FLINTA*s zu finden sind. Im nächsten Jahr möchte ich dabei helfen, dass sich das ändert. Denn unser Empowerment gilt allen marginalisierten Personen!
Antisemitismus erkennen und bekämpfen
Durch meine jüdischen Wurzeln, und weil ein Teil meiner Familie in Israel wohnt, beschäftigen mich Antisemitismus und der Israel-Palästina-Konflikt (I-P-Konflikt) schon ein Leben lang. Im letzten Jahr habe ich in mehreren Kreisverbänden einen Workshop dazu gehalten, was Antisemitismus überhaupt ist und Grundwissen dazu vermittelt, wie man ihn erkennt. Auf dem letzten Länderrat der Grünen Jugend (GJ), quasi unserem kleinen Parteitag, habe ich einen Antrag zum I-P-Konflikt bis spät in die Nacht mitverhandelt und dazu beigetragen, dass wir als Verband jetzt eine sehr stabile Position zu dem Thema haben.
Beide Themen sind komplex, und nicht gerade niedrigschwellig. Aber sie gehen uns alle etwas an! Wir sehen doch, wie der Vorwurf des israelbezogenen Antisemitismus seit Monaten die Wahl und Regierungsbildung in Berlin überschattet. Das müssen wir ernst nehmen, und gleichzeitig erkennen, wann das Thema instrumentalisiert wird, um zu polarisieren. Deswegen möchte ich im nächsten Jahr dazu beitragen, dass Menschen in unserem Verband besser aufgeklärt sind über Antisemitismus und dadurch insbesondere die Geschehnisse in Berlin besser einordnen können.
Zu mir
Ich bin David, 25 Jahre alt und wohne seit Anfang 2025 in Berlin, bin aber schon deutlich länger bei der Grünen Jugend aktiv. Meine Eltern sind durch ein Einwanderungsprogramm zwischen der jüdischen Gemeinde in unserer Stadt in der Ukraine und der in Düsseldorf 2001 nach Deutschland ausgewandert. Dort bin ich dann auch aufgewachsen und habe als einzige Person in meiner Familie Abitur gemacht. Für mein Englisch-Studium (nein, kein Lehramt!) bin ich danach ins Saarland gezogen. Beruflich hat es mich auch in die Politik gezogen. Von 2023 bis 2024 war ich hauptamtlicher Pressesprecher der saarländischen Grünen, seit 2024 arbeite ich in einer Politikberatung hauptsächlich zu kultur- und digitalpolitischen Themen.
Falls ihr noch Fragen zu meiner Kandidatur habt oder mich besser kennenlernen wollt, könnt ihr mir gerne auf Instagram (davidkaplaning) oder Signal (Kaplan.777) schreiben.
- Alter:
- 25
- Geschlecht:
- cis-männlich
- Kreisverband:
- Nord
