Präzisierung
Antrag: | Keine Stadt ohne Kultur |
---|---|
Antragsteller*in: | Nicolas Völcker Ortega (KV Berlin-Lichtenberg) |
Status: | Geprüft |
Verfahrensvorschlag: | Übernahme |
Eingereicht: | 19.03.2025, 00:13 |
Antrag: | Keine Stadt ohne Kultur |
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Antragsteller*in: | Nicolas Völcker Ortega (KV Berlin-Lichtenberg) |
Status: | Geprüft |
Verfahrensvorschlag: | Übernahme |
Eingereicht: | 19.03.2025, 00:13 |
Ein wichtiger Schritt ist der Baustopp derdes 17. Bauabschnittes A100, um kulturelle Räume und soziale Treffpunkte wie Clubs zu erhalten, anstatt komplett aus der zeitgefallene
Berlin ist weltweit als eine lebendige, vielfältige Stadt, in der Kultur eine
zentrale Rolle spielt bekannt. Doch der besonders dieser Bereich ist von den
Kürzungen durch den Schwarz-Roten Senat besonders betroffen. Dabei ist Kultur in
schwierigen Zeiten besonders für den Gesellschaftlichen Austausch und
Zusammenhalt wichtig. Umso wichtiger ist es in der nächsten Legislatur Kultur
wieder ernst zu nehmen und Strukturen wieder aufzubauen und zu stärken.
Kulturelle Angebote müssen wohnortnah und für alle zugänglich sein, um eine
gerechte Teilhabe zu ermöglichen. Die Berliner Kultur muss diverser und
inklusiver werden, sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Förderung, um die
unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen widerzuspiegeln. Dazu gehört auch
die kritische Auseinandersetzung mit kolonialem Erbe und die Rückgabe von
Raubkunst.
Kultur ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein sozialer und
politischer Faktor. Sie trägt zur Identität der Stadt bei und bietet Raum für
gesellschaftlichen Austausch und Diskussion. In dieser Hinsicht sind Clubkultur
und kulturelle Bildung genauso wichtig wie die Unterstützung von
Klimaschutzinitiativen innerhalb der Kulturbranche.
Die folgenden Forderungen skizzieren, wie eine zukunftsfähige, gerechte und
nachhaltige Kulturpolitik für Berlin aussehen kann, die die Bedürfnisse der
Kulturschaffenden und der Stadtgesellschaft berücksichtigt.
Freie Kulturszene
Ein großer Teil der Berliner Kulturschaffenden ist nicht in institutionell
geförderten Einrichtungen angestellt, sondern arbeitet in der Freien Szene.
Diese Szene umfasst eine Vielzahl von Künstler*innen, Kreativen und
Kulturschaffenden, die unabhängig und flexibel in verschiedenen Bereichen wie
Theater, Musik, bildende Kunst, Literatur, Tanz und anderen kulturellen
Disziplinen tätig sind. Anders als die großen, oft staatlich unterstützten
Kulturinstitutionen sind sie meist auf kurzfristige Projekte, Eigenfinanzierung
und wenig vorhersehbare Einkommensquellen angewiesen.
Die Kulturförderung muss flexibler, unbürokratischer und bedarfsgerechter
werden, um dieser Realität gerecht zu werden. Das bedeutet, dass
Antragsverfahren vereinfacht und die Fördermittel dort eingesetzt werden müssen,
wo sie am dringendsten benötigt werden. Es darf nicht sein, dass
Kulturschaffende aufgrund komplexer Antragsprozesse oder starrer Förderkriterien
auf der Strecke bleiben. Eine flexiblere Förderung würde es den Akteur*innen der
freien Szene ermöglichen, ihre Projekte schneller und mit weniger bürokratischem
Aufwand umzusetzen, sodass kreative Ideen ohne unnötige Hindernisse realisiert
werden können. Ebenso sollten Fördermittel gezielt an die spezifischen
Bedürfnisse der Freien Szene angepasst werden, wie etwa die Förderung von
Netzwerkbildung und die Stärkung von unabhängigen Strukturen und
Landesverbänden. Nur so kann die Vielfalt und Dynamik der Berliner
Kulturlandschaft in ihrer ganzen Breite erhalten bleiben.
Zentrale Forderungen:
Transparenz in der Kulturförderung
Die Berliner Kulturförderung muss unbürokratisch und nachvollziehbar gestaltet
werden, um allen Kulturschaffenden gleichermaßen den Zugang zu ermöglichen.
Derzeit sind die Antragsverfahren oft komplex, und die Anforderungen für die
Beantragung von Fördermitteln können schwer verständlich und übermäßig
formalisiert sein. Dies stellt insbesondere kleinere Projekte und unabhängige
Kulturschaffende vor große Herausforderungen, da sie oftmals über wenig
administrative Ressourcen und Erfahrung im Umgang mit solchen Verfahren
verfügen.
Es ist daher wichtig, die Antragsprozesse deutlich zu vereinfachen und
transparenter zu gestalten. Die Förderkriterien sollten klar und verständlich
kommuniziert werden, damit die Antragsteller*innen genau wissen, welche
Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Kriterien bei der Auswahl der
Förderprojekte berücksichtigt werden. Ein transparentes System würde auch
bedeuten, dass die Gründe für die Annahme oder Ablehnung eines Antrags
nachvollziehbar sind und nachvollzogen werden können.
Darüber hinaus sollte der gesamte Prozess der Kulturförderung von der
Antragstellung bis hin zur Mittelvergabe möglichst schnell und effizient
ablaufen. Ein unbürokratischer Zugang zu Fördermitteln würde es
Kulturschaffenden ermöglichen, ihre Projekte ohne langwierige Verzögerungen und
Unsicherheiten zu starten, was insbesondere für kurzfristige oder zeitkritische
kulturelle Vorhaben von großer Bedeutung ist.
Zentrale Forderungen:
Wohnortnahe Kultur
Wohnortnahe Kultur ist ein zentraler Bestandteil von inklusiven und lebendigen
Kiezen. Kulturelle Angebote direkt in der Nachbarschaft ermöglichen es den
Anwohner*innen, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund und ihrer
Mobilität, an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen. Diese Form der
Kulturförderung schafft nicht nur Zugang zu kulturellen Erlebnissen, sondern
fördert auch den Austausch zwischen Kulturschaffenden und den Menschen, die in
einem bestimmten Stadtteil leben. In einem solchen Umfeld können sich kreative
Ideen entwickeln und gemeinsam mit den Bewohnerinnen des Kiezes an deren
Bedürfnissen und Wünschen orientiert werden.
Darüber hinaus trägt wohnortnahe Kultur aktiv zur Gestaltung und Identität der
jeweiligen Kieze bei. Sie ermöglicht es, öffentliche Räume zu beleben, das
soziale Miteinander zu stärken und einen Raum für Begegnung und Austausch zu
schaffen. Solche kulturellen Angebote können in vielen Formen auftreten – von
kleinen lokalen Ausstellungen und Konzerten bis hin zu größeren Kulturfesten
oder interaktiven Projekten, die den Stadtteil aktiv einbeziehen.
Die Förderung solcher Projekte ist besonders wichtig, um auch Menschen zu
erreichen, die möglicherweise keinen Zugang zu zentraleren, großen
Kultureinrichtungen haben. Hierdurch wird Kultur für alle zugänglich gemacht und
gleichzeitig ein Beitrag zur sozialen Kohäsion und zur Förderung eines
vielfältigen, bunten Stadtlebens geleistet.
Zentrale Forderungen:
Diversität in der Kultur
Die Kulturpolitik in Berlin muss eine feministische und diversitätsorientierte
Perspektive einnehmen, um die Vielfalt der Gesellschaft widerzuspiegeln und
strukturelle Ungleichheiten abzubauen. Die Berliner Kulturlandschaft, sowohl in
den etablierten Institutionen als auch in der freien Szene, ist noch immer von
einer überwiegenden weißen, männlichen und heteronormativen Dominanz geprägt,
besonders in den Führungsetagen und in den Bereichen, die über Ressourcen und
Fördermittel entscheiden. Diese strukturellen Ungleichgewichte müssen aktiv
verändert werden, um die Vielfalt der Stadtgesellschaft widerzuspiegeln und
allen Kulturschaffenden gleiche Chancen zu bieten.
Diversität in der Kultur bedeutet, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft,
Geschlechter, sexueller Orientierungen, sozialer Hintergründe und
Lebensrealitäten nicht nur in der breiten Öffentlichkeit, sondern auch in den
Entscheidungsprozessen vertreten sind. Dies gilt sowohl für die Zusammensetzung
von Teams in kulturellen Einrichtungen als auch für die Vergabe von
Fördermitteln. Es müssen verbindliche Zielvereinbarungen für mehr Diversität in
den Personalstrukturen von Kultureinrichtungen und -projekten eingeführt werden,
um Chancengleichheit zu gewährleisten. Ebenso sind
Antidiskriminierungsschulungen für Personalverantwortliche und
Entscheidungsträger*innen notwendig, um sicherzustellen, dass Diskriminierung
und Vorurteile aktiv abgebaut werden.
Um eine gerechtere und inklusivere Kulturpolitik zu erreichen, muss Diversität
als wesentliches Kriterium bei der Vergabe von Fördermitteln berücksichtigt
werden. Nur so können kulturelle Institutionen und Projekte geschaffen werden,
die wirklich alle Menschen erreichen und eine Kultur des Miteinanders und der
Anerkennung fördern.
Zentrale Forderungen:
Koloniales Erbe der Berliner Museen
Deutschland muss endlich Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit
übernehmen, insbesondere im Hinblick auf die Raubkunst, die in vielen deutschen
Museen, einschließlich der Berliner Museen, ausgestellt wird. Diese Objekte, die
einen erheblichen kulturellen und historischen Wert für die
Herkunftsgesellschaften haben, wurden während der Kolonialzeit ohne Zustimmung
oder fairen Austausch aus ihren Heimatländern entfernt. Die Ausstellung dieser
Objekte in Berliner Museen, besonders im Humboldt Forum, stellt ein weiteres
Zeugnis dieser kolonialen Ausbeutung dar.
Es ist längst überfällig, dass Deutschland diese Geschichte anerkennt und
Verantwortung übernimmt. Der erste Schritt muss die Rückgabe der Raubkunst an
die Herkunftsländer sein. Kein Objekt sollte mehr in deutschen Museen
ausgestellt werden, wenn nicht eindeutig geklärt werden kann, dass es nicht
unter kolonialen Bedingungen entwendet wurde. Zudem müssen ernsthafte Gespräche
mit den betroffenen Staaten und Gemeinschaften geführt werden, um die Objekte
respektvoll und unter fairen Bedingungen zurückzugeben.
Die Auseinandersetzung mit kolonialem Erbe ist ein notwendiger Schritt auf dem
Weg zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft. Es geht dabei nicht nur
um die Rückgabe von Kunstwerken, sondern auch um die Anerkennung des Unrechts,
das mit der kolonialen Ausbeutung verbunden war. Deutschland muss als ein Land,
das sich zur Verantwortung für seine Geschichte bekennt, eine führende Rolle in
der internationalen Debatte über Restitution und die Aufarbeitung kolonialer
Vergehen übernehmen.
Zentrale Forderungen:
Clubkultur
Clubs sind nicht nur wichtige Kulturstätten, sondern auch bedeutende Orte für
soziale und politische Prozesse. Sie bieten Raum für kreative Ausdrucksformen,
kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Ihre Förderung
muss weiter ausgebaut werden, um ihre Existenz langfristig zu sichern.
Ein wichtiger Schritt ist der Baustopp derdes 17. Bauabschnittes A100, um kulturelle Räume und soziale
Treffpunkte wie Clubs zu erhalten, anstatt komplett aus der zeitgefallene
Verkehrsprojekte der 50er umzusetzen. Zudem sollte auf Bundesebene eine Änderung
des Baugesetzbuches (BauGB) angestrebt werden, um Clubs als feste Bestandteile
der urbanen Kultur zu schützen und ihre rechtliche Anerkennung zu stärken. Diese
Maßnahmen helfen, die kulturelle Vielfalt in der Stadt zu bewahren.
Zentrale Forderungen:
Kulturelle Bildung für alle
Kulturelle Bildung soll nicht nur in der Schule stattfinden, sondern auch
außerhalb von klassischen Bildungseinrichtungen zugänglich sein. Besonders
wichtig ist es, selbstorganisierte Projekte von Kindern und Jugendlichen in
ihren Kiezen zu fördern, da diese oft die größten Chancen bieten, die
Kreativität und das Engagement junger Menschen zu wecken. Solche Projekte
ermöglichen den Teilnehmer*innen, eigene Ideen zu entwickeln, die lokale
Gemeinschaft zu gestalten und mit anderen Menschen in ihrem Umfeld in Austausch
zu treten.
Durch die Förderung dieser Projekte erhalten Kinder und Jugendliche nicht nur
Zugang zu kulturellen Ausdrucksformen, sondern lernen auch wichtige soziale und
organisatorische Fähigkeiten. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl und
unterstützt die Entwicklung von Verantwortung, Eigeninitiative und Teamarbeit.
Es ist wichtig, dass Anlaufstellen für solche Projekte geschaffen werden, die
Unterstützung sowohl auf finanzieller als auch auf personeller Ebene bieten, um
jungen Menschen in ihrem kreativen Schaffen zur Seite zu stehen. Diese Art der
kulturellen Bildung sollte gezielt in benachteiligten Stadtteilen gefördert
werden, um allen Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund gleiche
Chancen zu bieten.
Zentrale Forderungen:
Präzisierung