| Antragsteller*in: | Kevin Lucas Simon (LV Grüne Jugend Berlin) |
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A10: Kevin Lucas Simon
Selbstvorstellung
Du siehst ein Problem oder hast einen Traum, der dich so so lange verfolgt, bis du denkst, fuck it, ich muss hier was ändern?
Jop, so fing bei mir der Aktivismus an.
Ganz klein. Ich ging ins Belmer Rathaus und stellte immer dieselbe Frage:
Wie sieht es aus mit der geplanten Fahrradstraße?
Und bei jedem Bürgerforum kam ich wieder vorbei und erkundigte mich nach dem Stand.
Bis es dann Wirklichkeit wurde.
Jedes Mal, wenn ich diesen Radschnellweg befahre, habe ich ein unfassbares Gefühl des Stolzes.
Ein Wir-Gefühl.
Ein Demokratie-Gefühl.
Dieses Gefühl ist mächtig.
Es lässt unmögliche Dinge möglich erscheinen.
Zum Beispiel, dass wir als Gesellschaft die Klimakatastrophe wirklich aufhalten können.
Und das führte mich zur Grünen Jugend.
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Ich bin Kevin Lucas Simon, 27 Jahre alt, und kandidiere für den Beisitz im Landesvorstand.
Seit 2023 bin ich Teil der Grünen Jugend, anfangs in meiner Heimat Osnabrück, bevor ich mir meinen langjährigen Wunsch erfüllte und nach Berlin zog, eine Stadt die mich seit meiner Kindheit geprägt hat. Ich fühlte mich direkt im Verband aufgehoben in Nord, dann als Vorstandsmitglied in Ost und heute bei TempelSchön. Im Wahlkampf habe ich im Kampagnenteam mit angepackt.
Ich wäre gerne früher im Verband gewesen. Als 15-Jähriger hatte ich meinen ersten Kontakt zur GJ, war aber damals von der politischen Seriösität eingeschüchtert, zudem war ich als Arbeiterkind einer polnischen Familie mit Schwierigkeiten in der Schule beschäftigt. Gerade deswegen ist es mir wichtig, dass marginalisierte Perspektiven mehr Gewicht im Verband bekommen und erfahren, dass sie gehört werden und Dinge bewegen können.
Als junger Erwachsener konnte ich erfahren, dass Veränderung wirklich machbar ist.
- Mit dem Radentscheid Team verhandelten wir mit der Stadt Osnabrück über Fahrradstraßen, jetzt will die Fahrradstadt Münster einholen.
- Gemeinsam mit meinen Kolleg:innen erkämpften wir an unserer Firma die 4-Tage-Woche, indem wir alle mit denselben Mindestanforderungen ins Gehaltsgespräch gingen.
- Mit anderen Schüler:innen baute ich das Umweltfestival Ökomaile auf, das bis heute jährlich stattfindet und zur Vernetzungsplattform lokaler Umweltinitiativen wurde.
Und manchmal ist Veränderung schnell gemacht.
Mit einer einfachen Email konnte ich in Berlin die S47 zum Südkreuz verlängern, in der ich der Deutschen Bahn einfach die Vorteile vorgestellt habe.
Mit meiner Kandidatur möchte ich mein letztes Jahr in der GJ starten. Trotz der Alterserhöhung möchte ich bewusst danach Platz für jüngere Stimmen machen. Und genau für diese möchte ich die Strukturen und Räume schaffen, um diese zu fördern.
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Meine Agenda in 10 Punkten:
1 Offene LaVo Sitzungen:
LaVo Sitzungen sind mitgliederöffentlich. Das heißt, jeder kann vorbeikommen, jedoch wissen es die meisten leider nicht. Ich setze mich ein, dass Sitzungstermine besser angekündigt werden und einen festen Tagespunkt etablieren, bei dem jedes Mitglied zuschalten und eigene Themen einbringen kann.
2 Eigenständige Gremien:
Die Gremien (VielPo, Bildung, FLINTA, …) leisten tolle Arbeit. Ich möchte deren Thrive strukturell absichern und mehr Handlungsfreiheit geben. Deshalb habe ich gemeinsam mit Fine Haase einen Satzungsänderungsantrag erarbeitet, der den Gremien mehr Eigenständigkeit zusichert und festlegt, dass Interventionen des LaVo an eine 2/3 Mehrheit gebunden ist
3 Themenwerkstatt der Kreisverbände:
Kreisvorstände kennen die monatlichen Runden, in denen KVen und LaVo Berichte aneinanderreihen, dabei wird Potenzial verschenkt. Mein Vorschlag ist, dass als Format KVen Aktionsideen pitchen können, sich direkt Kleingruppen mit anderen KVen zusammenfinden und temporäre Aktionsteams gebildet werden. So entstehen coole gemeinsame Aktionen unterhalb der KVen. Jeder kann Ideen vorstellen, also neben den Vorständen auch Neumitglieder.
4 Social Media als geteilte Ressource:
Unser Instagram ist der erste Eindruck für Neumitglieder. Ich schlage vor, dass für unser Social Media feste Formate und Takeover-Slots für Gremien und KVen anbietet. So entlasten wir die redaktionelle Arbeit, gleichzeitig zeigen wir die ganze Vielfalt unseres Verbands und erreichen gezielt marginalisierten Gruppen im digitalen Raum.
5 Transparente Landesstruktur:
Aktuell sind Termine, Gremien und Treffen unübersichtlich über Signal und Instagram verteilt. Ich will eine zentrale Übersicht aller Strukturen aufbauen und einen verlässlich gepflegten Kalender etablieren, damit sich Mitglieder schnell orientieren und frühzeitig von Aktionen erfahren können.
6 Sichtbare Vernetzungstreffen:
Migra-, Schüli- und Disability-Vernetzungstreffen sind essentiell, werden oft aber spät wahrgenommen. Daher sollen diese Vernetzungstreffen Ressourcen und Unterstützung erhalten, um ihre Perspektiven sichtbar nach außen zu tragen und Verbandsstrukturen selbstkritisch zu verändern.
7 Aufbrechen der studentischen Blase:
Die GJ Berlin ist akademisch geprägt, bei der Sprache und beim zeitlichen Aufwand. Ehrenamt soll aber nicht an zeitlichen oder finanziellen Privilegien hängen. Ich will Aufgaben und Workloads so verteilen, dass Landespositionen auch für Schüler:innen, Auszubildende und Erwerbstätige realisierbar werden.
8 Empowerment von Neumitglieder:innen:
Wer zur GJ kommt, will was bewegen. Damit das Engagement nicht verpufft, braucht es eine schnelle Selbstwirksamkeit. Ich will Mitgliedern zu ihren Themen unterstützen und Bildungsarbeit mit praktischen Empowerment-Skills verankern.
9 Learning by Doing:
Jede Aktion im Kiez liefert wertvolle Erfahrungen. Damit diese Erkenntnisse nicht verloren gehen, sollen diese Learnings im Verband über die Bildungsarbeit verbreitet werden. Beteilligte teilen ihre Learnings, sodass künftige Aktionen im gesamten Verband davon profitieren.
10 FLINTA: Laut und selbstbewusst:
Auf der Straße und in Bündnissen sind Redepositionen oft männlich besetzt. Ich schlage vor, dem mit praxisorientierten FLINTA-Workshops zu begegnen. Redetrainings am Megafon, Demo Anmeldungen und das Einfordern von Redeplätzen wären Themen, die FLINTA-Perspektiven auf Demos sichtbarer macht.
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Das sind ambitionierte Ziele. Ich weiß, dass nicht alles geschafft werden kann. Wir sind ein Verband mit vielen Stimmen. Das wäre mein konkreter Vorschlag, wie wir uns als Verband weiterentwickeln können.
Mach dir ruhig ein Bild von allen Kandidierenden und entscheide nach deinem Bauchgefühl, wessen Vorschläge den Verband am besten voranbringt. Wenn du dich in meinen Ideen wiederfindest, freue ich mich über deine Stimme.
Sodass wenn jemand eine Idee hat, diese auch Wirklichkeit wird.
- Alter:
- 27
- Geschlecht:
- männlich
- Kreisverband:
- TempelSchön / Ost
